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Chronologie Das Jahr der Ebola-Epidemie

Am 2.12.2013 erkrankte ein Kind in Guinea erstmals an Ebola. Ein Jahr später zählt die WHO alleine in Guinea, Sierra Leone und Liberia 16899 Infektionen und 5987 Todesfälle.

Von: Christina Teuthorn und

Stand: 03.12.2014

  • Dezember 2013
    Vater Etienne Ouamouno  mit dem Foto seines Sohns Emile, der an Ebola gestorben ist. | Bild: picture-alliance/dpa

    Vater Etienne Ouamouno mit dem Foto seines Sohns Emile

    2. Dezember 2013

    Erste Ebola-Infektionen

    Ein zweijähriger Junge aus dem Dorf Meliandou in Guinea hat Magenkrämpfe. Kurz darauf bekommt er Fieber, schwarzen Stuhlgang und beginnt, sich zu erbrechen. Nur vier Tage später, am 6.12., stirbt er. Wodurch sich der Junge infizierte, bleibt ein Rätsel. Heute gilt Emile Ouamouno als erster Patient der aktuellen Ebola-Epidemie. Die sich in der Region Guéckédou rasch ausbreitet. Innerhalb eines Monats starben auch seine Schwester, Mutter und Großmutter.

  • Februar 2014
    Markt in Guinea-Bissau | Bild: picture-alliance/dpa

    Ein Markt in Guinea-Bissau

    Februar 2014

    Ebola in Guinea

    Ebola breitet sich wie ein Waldbrand innerhalb von Guinea aus – eine Dorf-Hebamme, eine Krankenschwester und ein Pfleger, die die Familie aus Meliandou betreuen, infizieren sich, sterben und übertragen die Krankheit an ihre Angehörigen. Erst Anfang März wird bekannt: Die Ursache ist Ebola.

  • März 2014

    März 2014

    Ebola-Epidemie in Guinea

    Am 23.3. meldet die WHO eine Ebola-Epidemie in Guinea: 60 Menschen sind gestorben, 100 infiziert. Ende März wird Ebola bereits in den westafrikanischen Nachbarländern nachgewiesen - acht Menschen haben sich in Liberia infiziert, zwei Todesfälle gibt es in Sierra Leone. Obwohl die Länder ihre Schutzmaßnahmen verbessern und Experten vor Ort helfen, breitet sich die Seuche weiter aus.

  • Juni 2014
    Ebola in Liberia | Bild: picture-alliance/dpa

    Ärzte in Schutzkleidung

    Juni 2014

    Ebola - außer Kontrolle?

    Die Zahl der Erkrankten in Guinea und Sierra Leone wächst. 530 Erkrankungen in Westafrika sind gemeldet, 400 davon in Guinea. Experten sprechen vom schlimmsten Ebola-Ausbruch seit der Entdeckung des Virus und warnen: Die Ebola-Epidemie sei außer Kontrolle.

  • Juli 2014

    Juli 2014

    Krisensitzung in Ghana

    Die WHO trifft sich in Ghana zu einer Krisensitzung: Gesundheitsminister von elf afrikanischen Staaten beraten Maßnahmen gegen die Seuche. Die Zahl der Ebola-Kranken steigt auf über 1000. Am stärksten betroffen ist nun Sierra Leone – Ende des Monats erklärt das Land den nationalen Notstand. In Liberia nehmen die Infektionszahlen rapide zu – Ende des Monats schließt das Land seine Grenzen. Auch in Nigeria bricht das Virus aus, kann dort aber eingedämmt werden.

  • August 2014

    August 2014

    Gefahr für den Weltfrieden

    Am 2.8. wird der erste Ebola-Patient in den USA behandelt – das Land ist in Aufruhr. Nur wenige Tage später, am 8. August, erklärt die WHO die Epidemie zum internationalen Gesundheitsnotfall. Die Welthungerhilfe warnt vor einer humanitären Krise: Der Handel in den betroffenen Ländern kommt weitgehend zum Erliegen. Preise für Grundnahrungsmittel steigen drastisch. Im Kongo werden zwei Ebola-Fälle bekannt. In Deutschland wird der erste Ebola-Patient behandelt.

  • September 2014

    September 2014

    Die UNO wird aktiv

    Die USA wollen 3000 Soldaten in die Krisenregion schicken (…). Die Vereinten Nationen sehen in Ebola eine Gefahr für den Weltfrieden und initiieren eine Sondermission für Gesundheitsnotfälle (UNMEER). Sierra Leone verhängt eine dreitägige Ausgangssperre (…). Deutschland plant eine Luftbrücke. (…) Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (…) sucht freiwillige Helfer. In einer Bundestagsdebatte erklärt Außenminister Frank-Walter Steinmeier, auf Ebola zu spät reagiert zu haben.

  • Oktober 2014

    Oktober 2014

    Die Hilfe läuft an

    Anfang Oktober startet die deutsche Luftbrücke, die Kleidung und Hilfsmittel nach Westafrika bringt. Deutschland benennt Walter Lindner zum Ebola-Beauftragten, die EU Christos Stylianides. Die WHO erklärt den Ebola-Ausbruch in Nigeria für beendet. Am 23.10. informiert Mali die WHO über die erste Ebola-Infektion im Land. Die Weltgemeinschaft verstärkt ihre Hilfe. Das Ausmaß der Ebola-Epidemie in Liberia lässt erstmals nach, meldet die WHO. In einem halben Jahr sollen zwei Impfstoffe verfügbar sein.

  • November 2014
    Unicef-Helferin Rosmarie Jah steht umringt von Kindern in Sierra Leone in einem Dorf nahe der Stadt Makeni. (undatiertes Handout von Unicef). ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung bei vollständiger Nennung der Quelle: Foto: Unicef Sierra Leone (Zu dpa "Leben in der Todeszone - Ebola-Helfer fordern mehr Unterstützung") | Bild: picture-alliance/dpa

    November 2014

    Hoffnung auf Impfstoff

    Unicef warnt, von der Ebola-Epidemie sind Millionen von Kindern betroffen. USA und EU stocken ihre finanzielle Ebola-Hilfe deutlich auf. Forscher in Deutschland beginnen mit der Erprobung eines Ebola-Impfstoffes. In den USA wurde ein neuer Impfstoff vielversprechend auf Verträglichkeit getestet. Nicht zugelassene Ebola-Medikamente sollen an Freiwilligen in Guinea erprobt werden. In Guinea und Liberia breitet sich die Seuche der WHO zufolge nicht mehr flächendeckend aus. Mali könnte sich zum vierten großen Krisenherd entwickeln. Hunderte Menschen stehen bereits Ende November unter Beobachtung.

    Quelle: Unicef-Helferin in Sierra Leone

  • Dezember 2014

    Dezember 2014

    Die Welt reagiert

    Ein Jahr ist seit der Erstinfektion vergangen. Anfang Dezember sind in Guinea, Liberia und Sierra Leone 16899 Menschen mit Ebola infiziert und 5987 daran gestorben (WHO, Stand 1.12.2014). Die WHO-Zahlen berücksichtigen aber nicht die Dunkelziffer und sind veraltet, bevor sie publiziert sind.


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