Bayern 2


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Regionale Erzeugung Ingwer und Quinoa - von bayerischen Bauern

Im Gewächshaus oder unter Folie kommt Ingwer auch hierzulande bestens zurecht. Die scharfe Asienknolle ist eher anspruchslos und könnte deshalb auch in Bayern als Sonderkultur angebaut werden. Ein bisschen anders sieht es bei Quinoa aus. Das sogenannte Inkakorn oder Inkagetreide lässt sich ebenfalls in Bayern anbauen, beansprucht aber mehr Aufmerksamkeit und Zeit des Landwirts.

Von: Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 22.11.2018

Sebastian Niedermaier aus Bamberg: Der Bio-Gärtner baut Ingwer an. | Bild: privat/Sebastian Niedermaier

Sebastian Niedermaier, Biogärtner aus Bamberg, ist so erfolgreich mit seinem Ingwer 'Marke Eigenanbau', dass er weitermachen will. In seinem Hofladen verfügt er besonders im Herbst und Winter nun über ein attraktives Produkt für die Kundschaft. Der Anbau von Ingwer ist nicht sonderlich anspruchsvoll. Schon wegen des Fruchtwechsels könnte Ingwer deshalb auch für andere bayerische Gewächshaus-Gärtner, die etwa Tomaten, Paprika und Gurken anbauen, eine gute Sonderkultur sein. Der Arbeitsaufwand im Sommer hält sich in Grenzen, also gerade dann, wenn die Gärtner sonst alle Hände voll zu tun haben.

Ingwer "made in Franken" - Sonderkulturen, in Bayern angebaut

Seit einiger Zeit experimentiert deshalb auch die Bayerisches Landesanstalt für Gartenbau in Bamberg mit dem Ingweranbau. Die scharfe Wurzel wird im Freiland unter Folie angebaut, aber auch im beheizten Gewächshaus, wo sich die Bedingungen noch besser gestalten lassen.

Auch Quinoa stammt aus fernen Gefilden und ist eine Sonderkultur, an der sich in Bayern Landwirte versuchen. Die Nachfrage nach dem in Südamerika beheimateten Pseudogetreide hält an, weil es viel pflanzliches Eiweiß, Vitamine, Mineralien und Nährstoffe enthält. Auch in der Sterneküche findet das sogenannte Inkakorn oder Inkagetreide Abnehmer.

Als Kulturpflanze zeigt sich Quinoa im Anbau nicht so einfach

Die Mühe hat sich doch gelohnt: Landwirt Andi Knab aus Haimhausen im Landkreis Dachau will sogar noch mehr Quinoa anbauen.

Quinoa gehört wie die Ackermelde, ein Unkraut, zu den Gänsefußgewächsen. Wie die Melde bildet auch Quinoa Nebentriebe, blüht lange und reift sehr unterschiedlich aus. Für den Landwirt kommt es also darauf an, den richtigen Erntezeitpunkt zu erwischen. Über Wochen muss er den Zustand der Pflanzen und Samen testen. Von Hand. Ist die Ernte geschafft, ist aber noch nicht Schluss. Quinoa muss dann nämlich geschält werden. In der Schale stecken so bitterschmeckende Saponine, dass es ungeschält nicht genießbar ist.

Quinoa

Quinoa-Pflanzen

Im Vergleich zu Weizen enthält Quinoa mehr Calcium, doppelt so viel Eisen und 50 Prozent mehr Vitamin E. Die senfkorngroßen Samen haben eine getreideähnliche Zusammensetzung. Quinoa wird deshalb wie Amarant als Pseudogetreide bezeichnet. Es enthält aber kein Gluten, weil es ein Süßgras ist und zu den Fuchsschwanzgewächsen zählt. Auch die mineralstoffreichen Blätter können als Gemüse oder Salat gegessen werden.

Ingwer

Starkoch Alfons Schuhbeck gerät bei Ingwer immer ins Schwärmen.

Die scharfe Wurzel des Ingwers gilt als gesund. So soll sie etwa gegen Erkältungen oder bei Übelkeit helfen. Tatsächlich enthält Ingwer - lateinisch Zingiber officinale - rund 150 Inhaltsstoffe. Er ist reich an ätherischen Ölen. Die Scharfstoffe, die sogenannten Gingerole, machen den würzigen Geschmack der Pflanze aus.


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