Bayern 2


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Zum Tode von Ingo Maurer Ingo Maurer - Meister der Lichtgestaltung

Er war ein Meister der Lichtkunst. Anlässlich des Todes des international renommierten Künstlers, wiederholt das Bayerische Feuilleton ein Porträt aus dem Jahre 2010 - eine Hommage an die Magie des Lichts. Ingo Maurer ist am 21. Oktober in München gestorben. Er wurde 87 Jahre alt.

Von: Moritz Holfelder

Stand: 26.10.2019 | Archiv

"Ich finde, künstliches Licht kann so magisch sein wie natürliches Licht. Ich finde es falsch, das Tageslicht nachzumachen. Ich finde, Kunstlicht ist Kunstlicht. Und die Kunst ist eben, damit etwas zu zaubern, das ist die Herausforderung."

(Ingo Maurer)

Das Motiv der Glühbirne zog sich wie ein roter Faden durch sein Werk

Leuchte 'Lucellino' von Ingo Maurer

Ingo Maurer, Jahrgang 1932, zählte zu den kreativsten und international renommiertesten Lichtgestaltern. Seit vier Jahrzehnten entwickelte und produzierte er in München innovative Leuchten, Lichtobjekte und Beleuchtungskonzepte.

1966 erhob er mit "Bulb" (engl. für Glühbirne) das Leuchtmittel selbst zum Gegenstand seiner Entwürfe und schaffte damit den internationalen Durchbruch. Das Motiv der Glühbirne zog sich wie ein roter Faden durch sein Werk.

'Wo bist Du, Edison?'

Beleuchtungskonzept von Ingo Maurer für den Münchner U-Bahnhof 'Westfriedhof'

So hat der Lichtkünstler auch eine Lampe in Gestalt des Hologramms einer Glühbirne erschaffen - ihr Name formuliert listig eine Frage: "Wo bist Du, Edison?"

Mit einem hitzebeständigen Silikon-Überzieher ("Euro Condom") kämpfte Ingo Maurer gegen das Verkaufsverbot der mattierten Glühbirne an. Außerdem arbeitete er an der Entwicklung eines neuen Leuchtmittels, genannt "WoonderLux", um seinen Enthusiasmus für die Glühbirne und die Suche nach energieeffizienteren Leuchtmitteln in eine harmonische Verbindung zu bringen.

"Man spürt einfach, ob jemand Licht hat –
und viel Licht oder weniger Licht im Herzen.
Und das ist ja das schönste Licht, eigentlich."

(Ingo Maurer zum Thema 'Licht in der Seele')

Die Geschichte der Elektrifizierung Bayerns

Der Autor Moritz Holfelder

Auch andere "Lichtgestalten" in Bayern beschäftigt die Suche nach der "Erleuchtung": Um das Licht im urbanen Alltag etwa kümmert sich seit vielen Jahrzehnten das Ebersberger Familien-Unternehmen Bergmeister, das Leuchten für den öffentlichen Raum herstellt.

Moritz Holfelder lässt nicht nur lauter Lichtgestalten auftreten, en passant erzählt er auch die Geschichte der Elektrifizierung Bayerns – von den Lichtspielen, die König Ludwig II. bereits Ende des 19. Jahrhunderts für seine Schlösser inszenierte, bis in die Gegenwart hinein, in der organische Lichtquellen erforscht werden, die ohne Strom aus sich selbst heraus leuchten.


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