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Verhütung je nach Situation In welchem Alter welches Verhütungsmittel?

Jung und Single oder verheiratet und Mutter? Die Anforderungen an den Verhütungsschutz ändern sich je nach Alter und Lebenssituation. Viele Frauen wechseln während ihrer reproduktiven Phase mehrfach die Methode. Aber Vorsicht! Gerade beim Übergang von einer Verhütungsform zur nächsten ist das Risiko hoch, ungewollt schwanger zu werden.

Von: Justina Schreiber

Stand: 15.11.2017

Zwei Frauen im unterschiedlichen Alter | Bild: colourbox.com

Jugendliche machen heute immer früher erste sexuelle Erfahrungen. "Safer Sex“, also der Schutz vor Geschlechtskrankheiten, ist besonders wichtig. Umfragen zeigen, dass das Kondom als Verhütungsform für das "Erste Mal" ganz oben auf der Liste steht. Später verlangen die meisten jungen Leute nach sichereren Verhütungsmethoden. Meist bekommen Mädchen dann die Pille verschrieben.

"Für junge Mädchen ist eine Pille geeignet, die man nicht stundengenau nehmen muss, die zuverlässig ist und wenige Komplikationen wie etwa Zwischenblutungen hat, und die wenig Nebenwirkungen wie z.B. Gewichtszunahme oder Übelkeit zeigt."

Helga Schwarz, pro familia

Nicht selten nehmen heute junge Mädchen die Pille prophylaktisch oder um ihr Hautbild zu verbessern. Wegen der möglichen Nebenwirkungen des Medikaments ist allerdings davon abzuraten!

Verhütung nach der Geburt

Während der Stillzeit stellen sich besondere Anforderungen an eine zuverlässige Verhütungsmethode: Sie muss sicher sein, darf jedoch Milchproduktion und Milchqualität nicht beeinflussen. Zwar bremst beim Stillen das milchgebende Hormon Prolaktin die Eierstockaktivität. Das reicht für eine sichere Empfängnisverhütung aber nicht aus.

"Für stillende Frauen eignen sich Kondome oder Gestagenpillen. Östrogenhaltige Kombipräparate sind nicht zu empfehlen, denn das Östrogen wird mit der Muttermilch an das Baby weitergegeben. Ein Diaphragma, das schon vor der Schwangerschaft benutzt wurde, sollte nach der Geburt überprüft werden. Es dürfte in den ersten 3 Monaten schwierig anzuwenden sein, weil der Beckenboden nach der Geburt noch nicht wieder straff ist. Auch eine Spirale ist nicht zu empfehlen, weil die Gefahr besteht, dass sie die noch weiche Gebärmutterwand perforiert."

Helga Schwarz, pro familia

Verhütung in der Lebensmitte

Ab einem Alter von etwa 40 Jahren nimmt bei Frauen die Fruchtbarkeit ab. Der Zyklus wird kürzer und auch unregelmäßiger. Deshalb bedarf eine natürliche Verhütung noch größerer Disziplin. Denn die Spanne der potentiell fruchtbaren Tage nimmt zu. Allerdings sinkt die Wahrscheinlichkeit, schwanger zu werden bei Frauen über 40 Jahren drastisch. Besonders Frauen, die Kinder geboren haben, wechseln in dieser Zeit gerne von der Pille zur Spirale.

"Bei starken Blutungen ist die Kupferspirale nicht geeignet, weil sie die Blutungen noch verstärken kann. Als gute Alternative bietet sich die Hormonspirale an. Denn sie reduziert die Stärke der Blutung. Aber man kann auch bedenken: Die sexuelle Erfahrenheit der reiferen Frau erleichtert die Anwendung von Barriere-Methoden."

Helga Schwarz, pro familia


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