Bayern 2


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Wenn Pollen krank machen

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 22.09.2018

Pärchen in einer Blumenwiese, beide tragen Mundschutz | Bild: Imago Stock

Die Nase juckt, die Augen sind rot und tränen und dann auch noch Husten – auf den ersten Blick typische Anzeichen einer Erkältung. Doch der Arzt diagnostiziert: Pollenallergie. Immer mehr Patienten hierzulande sind davon betroffen, die Anzahl steigt. Und bei vielen geht es schon im Winter los, denn Haselnusspollen beispielsweise können bereits im Dezember fliegen, vor allem dann, wenn die Bäume geschützt stehen oder der Winter sehr mild ist.

Experte:

Prof. Jeroen Buters, Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM) TU München

Experte:

Dr. Adam Chaker, Leiter der Allergieambulanz und HNO-Facharzt am Klinikum rechts der Isar in München

Experte:

Dr. Peter Sandmann, Bayerische Landesapothekerkammer, München

Experte:

Dr. Oliver Fuchs, Oberarzt, Facharzt Pädiatrie und Allergologie, in Weiterbildung pädiatrische Allergologie und Immunologie, am Inselspital, Universitätsspital Bern (Schweiz)

Expertin:

Dr. Imke Reese, Ernährungswissenschaftlerin und -theapeutin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund

Warum nicht jeder auf Pollen allergisch reagiert, auf Katzenhaare oder Insektengift, darauf haben Wissenschaftler heute eine ganze Reihe von Antworten. Aber einen "Hauptschuldigen" gibt es nicht.

Der Text beruht auf Interviews von Beate Beheim-Schwarzbach mit Prof. Jeroen Buters, Zentrum Allergie & Umwelt (ZAUM) Technische Universität München, Dr. Adam Chaker, Leiter der Allergieambulanz und HNO-Facharzt am Klinikum rechts der Isar in München, Dr. Peter Sandmann, Bayerische Landesapothekerkammer, München, Dr. Oliver Fuchs, Oberarzt, Facharzt Pädiatrie und Allergologie, in Weiterbildung pädiatrische Allergologie und Immunologie, am Inselspital, Universitätsspital Bern (Schweiz) und Dr. Imke Reese, Ernährungswissenschaftlerin und -theapeutin beim Deutschen Allergie- und Asthmabund in München.

Allergietest auf Unterarm | Bild: Imago Stock zum Artikel Das Immunsystem irrt Was ist Pollenallergie?

Wer auf Pollen allergisch reagiert, dessen Immunsystem stuft Allergene als bedrohlich ein - und versucht sie deswegen zu bekämpfen. [mehr]

Birkenpollen werden vom Wind verblasen | Bild: Imago Stock zum Artikel Ursachen des Heuschnupfens Warum eine Pollenallergie entsteht

Weil heutzutage die Anzahl der Pollen steigt, nimmt die Belastung der Patienten zu. Aber es gibt noch mehr Gründe, warum Heuschnupfen entsteht. [mehr]

Heuschnupfenmedikamente auf einem Tisch | Bild: Imago Stock zum Artikel Antihistaminika Medikamente bei Heuschnupfen

Medikamente gegen Pollenallergie gibt es heute in verschiedenen Stärken und Varianten, viele sind frei verkäuflich. Doch sie können auch Nebenwirkungen haben. [mehr]

Kind fasst sich mit Taschentuch an die Nase | Bild: imago/medicimage zum Artikel Allergierisiko bei Kindern Jungen sind gefährdeter als Mädchen

Bis etwa 2014 stieg in Westeuropa die Zahl der Kinder mit Heuschnupfen an, seither ist sie stabil. Warum das so ist, wissen Mediziner jedoch nicht. [mehr]

Prick-Test am Unterarm | Bild: imago Stock zum Artikel Allergene eingrenzen Verschiedene Untersuchungsmethoden

Damit eine Hyposensibilisierung erfolgreich wirken kann, müssen davor die verursachenden Allergene so effektiv wie möglich abgegrenzt werden. Genauso wichtig ist die Abklärung der Krankengeschichte, also welche Symptome wann auftreten. [mehr]

Allergietest am Unterarm | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Modulation des Immunsystems Arten der Hyposensibilisierung

Generell erfolgt eine Hyposensibilisierung entweder per Spritze, über Tropfen oder Tabletten. Man führt dem Körper das Allergen wiederholt und in immer höheren Dosierungen zu, so dass er dagegen wieder eine Toleranz entwickeln kann. [mehr]

Kind bekommt Globuli auf Zunge gelegt | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Pollenallergie Ansätze von Naturheilkunde und Homöopathie

Charakteristisch für die Homöopathie ist ihr Prinzip "schwache Reize stärken – starke Reize schwächen“. Sie sieht in einer Pollenallergie nicht nur ein Problem von Augen und Nase, sondern eine Beeinträchtigung des gesamten Zustandes des Patienten. [mehr]

Frau mit Atemmaske hält Blumenstrauß in der Hand | Bild: Imago Stock zum Artikel Allergene meiden Die Pollen draußen lassen

Heuschnupfenpatienten tun sich schwer, den Allergenen während der Saison aus dem Weg zu gehen. Doch ein paar Tipps können dabei behilflich sein, den Alltag erträglicher zu machen. [mehr]

Junge mit Asthmainhalator | Bild: colourbox.com zum Artikel Pollenallergie Folgeerkrankungen

Wird Pollenallergie nicht behandelt, kann sie sich zum Beispiel zu einem allergischen Asthma auswachsen. Ärzte sprechen dann von einem Etagenwechsel, denn die Krankheit wandert vom Kopf in die Lunge. [mehr]

Äpfel, Birnen, Nüsse, Allergietabletten und Inhalationshilfen auf einem Haufen | Bild: imago / Revierfoto zum Artikel Kreuzreaktionen Kritisches Eiweiß

Wer Heuschnupfen hat, dessen Immunsystem reagiert auf bestimmte Eiweiße im Pollen, die Allergene. Diese kritischen Eiweißgruppen - oder sehr ähnliche Verwandte sind aber auch in anderen Pflanzen enthalten. [mehr]

Verführerisch, aber für manche Allergiker tabu: Obstdessert mit Getreide | Bild: imago / Westend61 zum Artikel Definition Was ist eine Kreuzreaktion?

Pollenallergiker können auf diverse Nahrungsmittel reagieren, müssen es aber nicht. Manche sind sogar ihr ganzes Leben lang davon verschont. [mehr]

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Pollenallergiker können auf diverse Nahrungsmittel reagieren, müssen es aber nicht. Manche sind sogar ihr ganzes Leben lang davon verschont. Was auf alle Fälle hilft: erhitzen. [mehr]

Mann mit Gasmaske hält Apfel in der Hand | Bild: colourbox.com zum Artikel Symptome bei Kreuzreaktionen Wenn's im Mund kribbelt

Die meisten Kreuzreaktionen bei Birkenpollenallergikern erfolgen sofort - ein Biss in den Apfel genügt. Was dann passiert ist meist unangenehm. [mehr]

Grashalme, im Hintergrund eine Frau, die sich schneuzt | Bild: imago/Pressefoto Kraufmann&Kraufmann zum Artikel Wirkweise von Gräserpollen Immunsystem unterscheidet nicht

Gräserpollenallergiker spüren innerhalb von Minuten, wenn es wieder so weit ist, denn dann läuft die die Nase, es juckt unter den Achseln oder die Augen tränen. [mehr]

Ambrosiapflanze | Bild: imago / Pixsell zum Artikel Ambrosiapflanzen Gefährliche Allergene

Gräserpollen als Allerigeauslöser Nr. 1 bekommen Konkurrenz. Denn in Süd- und Ostdeutschland breitet sich die Ambrosia immer mehr aus. Deren Pollen sind extrem aggressiv und robust. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr! [mehr]


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