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Nebenkostenabrechnung Öl und Gas sorgen für unterschiedliche Entwicklung bei den Heizkosten

Die Kosten fürs Heizen werden maßgeblich durch die Entwicklung an den Rohstoffmärkten beeinflusst. Da es hier gerade gegenläufige Tendenzen gibt, entwickeln sich auch die Heizkosten unterschiedlich. Erdgas wird wieder teurer, Heizöl etwas günstiger.

Von: Dirk Vilsmeier

Stand: 08.01.2019

Termostat | Bild: picture-alliance/dpa

Es passiert nicht häufig, dass sich ein Land von der allgemeinen Entwicklung am Rohölmarkt abkoppelt. In Deutschland ist das allerdings im Spätsommer und Herbst passiert. Durch die niedrigen Pegelstände der Flüsse wurde der Transport von Heizöl deutlich aufwändiger und damit teurer. Das führte zu vergleichsweise hohen Preisen. Seit einigen Wochen sinken die Preise jetzt aber wieder deutlich. Zwischenzeitlich waren es rund 20 Cent gegenüber den Höchstpreisen. Allerdings sind die Heizölpreise wegen der großen Nachfrage zum Jahresbeginn jetzt wieder etwas gestiegen. Der Preis für Heizöl wird wieder im Wesentlichen von den internationalen Rohölbörsen bestimmt.

Erdgas war lange günstig, ein paar Jahre ging es mit den Preisen sogar bergab. Seit Herbst und dann zum Jahreswechsel haben aber auch die Erdgaspreise teils deutlich angezogen, die Versorger haben die Preise auf breiter Front angehoben.

Dass sich die Kosten für Heizöl und Erdgas teils unterschiedlich entwickeln, hat in erster Linie mit der Entkopplung der Preise zu tun. Bis vor einigen Jahren waren die Erdgaspreise an die Rohölpreise gekoppelt. Wurde also Öl teurer, galt das mit einer Verzögerung von wenigen Monaten auch für Gas. Einen wesentlichen Einfluss auf die Heizkosten haben aber auch andere Faktoren: zum Beispiel, ob in einem kalten Winter besonders viel geheizt werden musste oder ob sich die Gewohnheiten geändert haben, also wenn man nun beispielsweise mehr von zuhause aus arbeitet.

Erste Schätzung des Mieterbundes

Der Mieterbund hat im November abgeschätzt, welche Heizkosten 2018 auf die Verbraucher zukommen könnten. Da hieß es, dass man in der anstehenden Heizkostenabrechnung bei Heizöl mit einem Plus von durchschnittlich acht Prozent, im Vergleich zur Abrechnung für 2017, ausgehen sollte. Die Abrechnung für Erdgas und Fernwärme könnte dagegen um rund drei Prozent niedriger ausfallen.

Basis-Check der Verbraucherzentralen jetzt kostenlos

Seit Anfang des Jahres bieten die Verbraucherzentralen ihren Basis-Check Energie kostenlos an. Rund eine Stunde wird dabei ein Haushalt vor Ort analysiert. Im Mittelpunkt stehen dabei Strom- und Wärmeverbrauch. Geprüft werden Geräte, Heizung, Gebäude, persönliche Gewohnheiten, beispielsweise beim Lüften, und die Heizung. Bei Bedarf wird auch ein Blick auf die Nebenkostenabrechnung geworfen.

Eigentlich kostet der Energie-Check fast 170 Euro. Die bezahlt aber das Bundeswirtschaftsministerium, das auch noch weitere Analysen unterstützt. Darunter sind beispielsweise ein Heiz- oder ein Gebäudecheck.

Zankapfel Nebenkostenabrechnung

Da deren Aufstellung aufgrund der Vorschriften sehr komplex ist, schleichen sich leicht Fehler ein.

Einen genauen Blick sollte man unter anderem auf folgende Punkte werfen:

  • die angegebene Wohnungsgröße
  • den Abrechnungszeitraum, falls man die Immobilie nicht das ganze Jahr gemietet hatte
  • die fristgerechte Abrechnung bis zum 31.12. des Folgejahres
  • dass der Vermieter das Wirtschaftlichkeitsgebot beachtet hat, beispielsweise beim Heizöl- oder Erdgasbezug
  • die Abrechnung muss im Wesentlichen verbrauchsbezogen sein

Wer sich unsicher ist, ob seine Abrechnung passt, kann seine Werte beispielsweise mit Durchschnittswerten auf der Website www.heizspiegel.de vergleichen.


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