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Unter der Sonne Ursachen für Hautkrebs

Mit Ausnahme des roten Hautkrebses ist für die meisten anderen bösartigen Hauttumoren ein mehr oder weniger direkter Zusammenhang mit Sonneneinstrahlung erwiesen.

Stand: 18.02.2019

Gesicht einer Frau mit Sonnehut | Bild: picture-alliance/dpa

Der weiße Hautkrebs tritt vor allem auf den stark der Sonne ausgesetzten Hautpartien auf (Gesicht, Handrücken etc.). Sein Erscheinen folgt einer Dosis-Wirkungsbeziehung: je mehr Sonne, desto größer das Risiko einer Krebsentwicklung im Laufe des Lebens.

Schwarzer Hautkrebs auch durch Sonne

Beim schwarzen Hautkrebs ist der Zusammenhang etwas indirekter: Starke und plötzlich wechselnde (intermittierende) Sonnenbelastung (zum Beispiel mehrere massive Sonnenbrände in der Jugend) sind statistisch mit einem höheren Melanom-Risiko im mittleren Lebensalter verbunden. Man erklärt sich dies durch die schädigende Wirkung der Sonne auf die pigmentbildenden Zellen. Das Immunsystem kann die Defekte zwar lange - durchaus auch über Jahrzehnte - in Schach halten, eines Tages kommt es aber dennoch zu einem plötzlichen, bösartigen Wachstum.

Tipps von Prof. Biedermann: Rundum geschützt vor der Sonne

  • Verhalten: Meiden Sie starke Sonnenbelastung, insbesondere in der Mittagszeit. Mein Rat: Verhalten Sie sich im Urlaub so, wie sich die Menschen verhalten, die dort wohnen (beispielsweise in Nordafrika).
  • Kleidung: Schützen Sie lichtexponierte Körperregionen durch entsprechende Kleidung (Hut!). Es gibt auch Kleidungsstücke mit Lichtschutzfaktoren im Textilgewebe, insbesondere für Kinder.
  • Lichtschutzfaktoren (Sonnencreme): Wählen Sie je nach Lichtempfindlichkeitstyp. Es gibt physikalische und chemische Lichtschutzstoffe. Häufigste Fehler sind falsche und ungenügende Anwendung. Nehmen Sie sich die Zeit und cremen Sie rechtzeitig: vor dem Frühstück und vor dem Gang zum Strand. Nach Wasserkontakt nachcremen auch bei "wasserfesten"Cremes.

Wichtig: Sonnenschutz für empfindsame Kinderhaut

"Die Kenntnis zur Gefährlichkeit von Sonnenstrahlen und vor allem Sonnenbränden hat in den letzten Jahren zugenommen, aber die Konsequenz bei der Umsetzung des Sonnenschutzes lässt noch sehr zu wünschen übrig. Gerade Eltern sollten daran denken, Sonnenbrände sind eigentlich eine ‚fahrlässige Körperverletzung‘ an ihren Kindern."

Prof. Dr. med. Tilo Biedermann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München

Prognose

Frühzeitigerkannt, haben die meisten Hautkrebsformen eine gute Prognose. Nicht rechtzeitig erkannt, können jedoch alle Arten auch tödlich sein. Am gefährlichsten ist der schwarze Hautkrebs.

"Deshalb muss eine konsequente Nachsorge erfolgen, die wir allen Patienten mit der Diagnose schwarzer Hautkrebs anfangs in dreimonatigen Abständen anbieten. Auch bei Patienten mit besonderen oder fortgeschritteneren Formen des weißen Hautkrebses bieten wir eine Nachsorge an."

Prof. Dr. med. Tilo Biedermann, Direktor der Klinikund Poliklinik für Dermatolgie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München


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