Bayern 2

Hintergrund Hautkrebs

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Unter dem Skalpell Therapie bei Hautkrebs

Für jede Hautkrebsart gilt: Das Skalpell ist das Mittel der Wahl. Wenn möglich, wird das bösartige Gewebe in einer Operation chirurgisch entfernt.

Stand: 18.02.2019

Chemotherapie | Bild: colourbox.com

Hierzu werden besondere Verfahren eingesetzt, die die Tumorfreiheit im Gewebe nachweisen. Bei sehr ausgedehnten Tumoren oder sehr hohem Lebensalter des Patienten stehen auch andere Therapieverfahren zur Verfügung:

Therapieansätze im Überblick

  • Strahlenbehandlung: Weiche Röntgenstrahlen zur Behandlung oberflächlicher Formen des weißen Hautkrebses in höherem Lebensalter, insbesondere im Gesichts- und Lidbereich
  • Kryochirurgie: Kältebehandlung bei Vorstufen oder oberflächlichen Formen des weißen Hautkrebses
  • Photodynamische Therapie (PDT): Verwendung von örtlichaufgetragenen, photosensibilisierenden Substanzen bei gleichzeitiger Bestrahlung mit Infrarotlicht oder kontrolliert mit Tageslicht. Nur bösartig veränderte Zellen werden getroffen, die gesunde Haut wird nicht in Mitleidenschaft gezogen. Diese Behandlung ist besonders bei der sogenannten "Feld-Kanzerisierung" angebracht, wenn sich die betroffenen Areale nicht mehr gut voneinander abgrenzen lassen.
  • Äußerliche immunmodulierende Zubereitungen: Salbentherapie mit immunaktivierendenStoffen für Vorstufen und bestimmte Formen des oberflächlichen weißen Hautkrebses führt zu guten Erfolgen.
  • Systemtherapien: Bei fortgeschrittenen Tumorstadien und der Bildung von Tochtergeschwülsten in inneren Organen werden Chemotherapien heute seltener eingesetzt. Diese werden zunehmend durch andere Therapieverfahren ersetzt oder ergänzt. Bei manchen Tumoren kann man gezielt das, was beim Krebs „außer Rand und Band geraten ist“, blockieren. Oft benötigt man hierzu den Nachweis einer spezifischen Veränderung im Tumor („Mutation“). Beim fortgeschrittenen Melanom kommen zusätzlich immunstimulierende Systemtherapien zum Einsatz, die das Immunsystem gegen den Tumor regelrecht „lostreten“. Diese Therapien haben zu einer erheblichen Verbesserung bei der Versorgung einiger fortgeschrittener Hautkrebserkrankung geführt
  • Immuntherapien: Sogenannte Checkpoint-Inhibitoren können eine um Jahre lebensverlängernde Wirkung haben. Diese Medikamente bringen das Immunsystem dazu, eine Art Bremse zu lösen, die die Bekämpfung der Krebszellen verhindert. Ist der Mechanismus entsperrt, kann das Immunsystem den Krebs wieder aktiv zerstören, bzw. daran hindern weiter zu wachsen. 2018 bekamen die Entdecker dieser Mechanismen den Nobelpreis für Medizin.

Ein Ratschlag, der heutzutage bei der Hauptkrebstherapie nicht mehr gilt, ist der lateinische Spruch: "Noli me tangere“ – "Rühr mich nicht an“. In der medizinischen Praxis gilt heute gerade das Gegenteil, so Prof. Biedermann von der TU München:

"Man kann und muss in jedem Stadium von Hautkrebs behandeln. Nur so können sich Lebensqualität und -erwartung verbessern."

Prof. Dr. med. Tilo Biedermann,Direktor der Klinikund Poliklinik für Dermatolgie und Allergologie am Biederstein, Technische Universität München

Forschen für die Impfung gegen Krebs

Die Entwicklungen der neuen gezielten Therapien und Immuntherapien verändern die therapeutischen Möglichkeiten beim schwarzen Hautkrebs derzeit quasi monatlich, und daher werden immer Patienten innerhalb klinischer Studien mit den neuesten Medikamenten oder deren Kombinationen behandelt. Diese werden in der Regel in den großen Zentren, beispielsweise Hautkrebszentren, durchgeführt.

"Generell gilt: Wenn sich bei Ihnen eine Hautveränderung neu bildet oder sich eine schon länger bekannte Hautveränderung irgendwie bemerkbar macht - durch Juckreiz, Bluten oder Krustenbildung - sollten Sie unbedingt umgehend Ihren Hautarzt aufsuchen."

Prof. Dr. med. Tilo Biedermann, Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie am Biederstein Technische Universität München


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