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Haarkosmetik Graue Haare, Schuppen, Transpantation

Mit unserem Haar passieren oft Dinge, die uns stören: Es fällt aus, wird grau, es bilden sich Schuppen, es wächst, wo wir es nicht wollen. Meist kann man gegen diese Erscheinungen etwas tun – oft muss man das aber auch nicht.

Von: Holger Kiesel

Stand: 01.08.2016

Haare | Bild: colourbox.com

Haare transplantieren

Wenn Haare ausfallen, können sie vom Hinterkopf an die kahlen Stellen des Oberkopfes transplantiert werden. Medizinisch notwendig ist das jedoch fast nie.

"Ich finde, Männer sollten zu ihrer Glatze stehen bzw. rechtzeitig zum Arzt gehen, um mit seriösen medikamentösen Mitteln den Haarausfall zu bremsen. Ist der Haarausfall schon zu weit fortgeschritten, kann eine gut gemachte Eigenhaartransplantation gute Ergebnisse bringen. In Deutschland kostet das – je nach Ausmaß – mehrere Tausend Euro."

Prof. Hans Wolff, Leiter der Haarsprechstunde am Hautklinikum der LMU München.

Graue Haare

Ob und wann unsere Haare 'grau' werden, ist genetisch festgelegt. Jedes Haar hat eine Art Pigment-Lebenszeituhr, die bestimmt, wie lange das Melanin, der Farbstoff in unseren Haaren, produziert wird. Warum diese Uhr bei manchen Haaren länger läuft als bei anderen, ist bislang nicht bekannt.

"Der Eindruck, dass Haare grau sind, entsteht nur aus der Mischung aus weißen und voll pigmentierten Haaren, die sich auf unserem Kopf bildet. 'Graue' Haare gibt es eigentlich nicht."

Prof. Hans Wolff, Leiter der Haarsprechstunde am Hautklinikum der LMU München.

Haare färben

Die meisten "chemischen" Haarfärbemittel, die im Handel angeboten werden, sind nach derzeitigem Wissensstand unbedenklich – ansonsten wären sie nicht mehr erhältlich. Pflanzliche Haarfärbungen enthalten oft auch allergene Stoffe, so dass sie nicht unbedenklicher sind als konventionelle Haarfärbemittel.

Achtung:

Vorsicht beim Haare glätten oder Zöpfe zu fest flechten! Dauerhafter Zug schädigt den Haarfollikel und kann zu Haarausfall führen!

Schuppen im Haar

Bilden sich auf der Kopfhaut Schuppen, gilt es zu unterscheiden: Handelt es sich um trockene Schuppung infolge einer allergischen Reaktion, eines Ekzems oder einer Neurodermitis, muss gezielt behandelt werden. Entstehen Schuppen jedoch durch fettigere Kopfhaut im Zusammenwirken mit harmlosen Hefepilzen auf dem Kopf, genügt meist die Verwendung eines handelsüblichen Anti-Schuppen-Shampoos, etwa mit dem Wirkstoff Zinkpyrithion.

Tipp:

Ruhig öfter die Haare waschen (mindestens ein- bis zweimal pro Woche bis zu täglich). Das pflegt und schadet den Haaren überhaupt nicht!

Wann müssen Haare runter?

Früher mussten Kindern häufig die Haare geschoren werden, wenn beispielsweise in Schule oder Kindergarten Läuse herumgereicht wurden. Aufgrund verbesserter Anti-Läuse-Mittel ist das heute kaum mehr notwendig. Gleiches gilt bei Pilzbildung auf der Kopfhaut. Einzig bei schweren Entzündungen in diesem Bereich kann es manchmal sinnvoll sein, Haare per Epilation zu entfernen, um den Heilungsprozess zu fördern.

Nachhaltige Haarentfernung

Haare außerhalb des Kopfes sind heute bei vielen Frauen – und zunehmend auch bei Männern – unerwünscht. Deshalb sind die Methoden der Haarentfernung auch immer raffinierter und effektiver geworden. Neben der klassischen Rasur, die alle paar Tage wiederholt werden muss, gibt es den Weg der Haarentfernung mit Hilfe von heißem Wachs. Dieser ist deutlich nachhaltiger (drei bis vier Wochen), aber auch schmerzhafter. Ein Mittelweg mit etwa zwei Wochen Effekt ist die chemische Haarentfernung mittels kommerziell erhältlichen Thioglykolaten. Dabei wird das Haar chemisch geschwächt und kann danach von der Haut abgestrichen werden.

Haare weglasern

Noch nachhaltiger ist es, sich die Haare mit einem Laser oder Blitzlampen entfernen zu lassen. Dadurch werden die Haarwurzeln häufig bereits nach sechs bis zehn Behandlungen dauerhaft zerstört. Allerdings ist diese Methode nicht immer wirksam, teuer und kann Nebenwirkungen wie unschöne Narben oder Pigmentflecken hervorrufen. Teilweise auch gut wirksam sind kommerziell erhältliche Heim-Depilationsgeräte, die die Anwenderin selbst anwendet.

Achtung:

Die Laserbehandlung sollte besser von einem Hautarzt und nicht im Kosmetikstudio durchgeführt werden! Im schlimmsten Fall kann es zu Verbrennungen kommen!

Haarsprechstunde

Wer medizinische Fragen rund um das Thema Haare hat, kann in eine der wenigen Haarsprechstunden in Deutschland gehen – z.B. an die Hautklinik der LMU München. Allerdings sind diese Einrichtungen leider oft bereits auf Monate ausgebucht.


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