Bayern 2


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Der Königsseufzer 100 Jahre Monarchisten im Freistaat Bayern

Kaum war die Monarchie in Bayern abgeschafft, schon bereuten es viele. Nur ein Jahr nach der Proklamation des Freistaats wurde am 30. November 1919 die Königspartei ins Leben gerufen. Sie wollte per Volksabstimmung wieder einen König einsetzen. Bis heute eine Illusion.

Von: Thomas Grasberger

Stand: 29.11.2019 | Archiv

Die Königspartei, aus der später der "Bayerische Heimat- und Königsbund: In Treue fest" hervorging, war eine Sammlungsbewegung rechtskonservativer Kräfte, Adlige genauso wie Bauern und Handwerker. Die Mitglieder hofften, mit einem Monarchen an der Spitze die Eigenstaatlichkeit Bayerns zu erhalten.

Bis zum Ende der Weimarer Republik hatte der bayerische Königsbund 70.000 Getreue in weit über tausend Ortsvereinen. Aber der Plan ging nicht auf. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde der Königsbund aufgelöst. Führende Monarchisten verschwanden in Konzentrationslagern. Auch die Familie von Kronprinz Rupprecht kam in Sonderhaft und erlebte die Kriegsjahre im Außenbereich des KZ Flossenbürg. Der Kronprinz selbst lebte im Exil in Italien.

Die unerfüllte Sehnsucht nach dem König

Der Versuch, nach dem Zweiten Weltkrieg für eine parlamentarisch-konstitutionelle Monarchie zu werben, scheiterte an der amerikanischen Besatzungsmacht. In den Jahren danach verlor der Heimat- und Königsbund jede politische Schlagkraft. Aus dem Königsbund wurde 1967 der Bayernbund, der sich heute als Heimatverein und Bewahrer der bayerischen Kultur versteht. Eine Wiedereinführung der Monarchie taucht in seinen Statuten nicht auf.

Ein solches Ziel verfolgen allenfalls noch die Königstreuen in den Ludwig II- und Patriotenvereinen. Frei nach dem Motto des Schriftstellers Georg Lohmeier: "Mia brauchan koan Kini. Aber scheena waars scho."


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