Bayern 2


0

"Durchblick" Glühwein und Punsch - Was darf drin sein, was muss drauf stehen?

Glühwein und Punsch gehören für viele Menschen zum vorweihnachtlichen Glück. Was darf drin sein, was muss drauf stehen? Das Notizbuch sorgt für "Durchblick" und fragt Daniela Krehl. Sie ist Ernährungswissenschaftlerin und bei der Verbraucherzentale Bayern zuständig für alle Fragen rund um das Thema Ernährung.

Stand: 13.12.2018

Glühwein - was muss drin sein?

Es sind nur ein paar Kleinigkeiten, die tatsächlich definiert sind. So darf im Glühwein kein Wasser enthalten sein, sondern nur Rotwein. Auch Zucker darf drin sein und Gewürze. Das können etwa Zimt und Nelken sein. Aber aufgepasst: "Gewürze" dürfen auch naturidentische Aromastoffe sein.

Unser Tipp! Je blumiger die Bezeichnungen auf der Flasche sind, umso eher ist davon auszugehen, dass der Rotwein nicht der Hochwertigste ist und mit viel Zucker und Aromastoffen aufgepeppt wurde.

Wie verhält es sich mit der Deklaration?

Glühwein unterliegt nicht der Nährwert-Kennzeichnungsverordnung. Das gilt übrigens für alle alkoholische Getränken, außer für Bier. Das heißt: die Zutaten müssen nicht genannt werden. Wer also zum Beispiel wissen will, wie viel Zucker in der Glühweinflasche ist, kann lang suchen.

Die gute Nachricht! Allergene Inhaltsstoffe müssen aber kenntlich gemacht sein. Und zwar sowohl beim Glühwein im Supermarktregal als auch, wenn auf dem Christkindlmarkt ausgeschenkt wird.

Wie steht es um die Herkunftsbezeichnung?

Beim Glühwein handelt es sich um ein verarbeitetes Lebensmittel. Das bedeutet: die Verordnung über die Herkunftsbezeichnung greift hier nicht. Allerdings beobachtet die Verbraucherzentrale seit einigen Jahren, dass gerade höherwertigere Glühweine tatsächlich auch das Anbaugebiet nennen. Aber: Solche Angaben sind freiwillig.

Punsch, Glühwein - was ist der Unterschied?

Glühwein ist in der Lebensmittelinformations-Verordnung definiert als weinhaltiges Getränk, das aromatisiert ist. Beim Punsch darf dagegen auch Wasser zugesetzt werden - in Form von Tee zum Beispiel. Ist ein Getränk ohne Alkohol, dann gilt die Kennzeichnungsverordnung. Die Zutatenliste und die Nährwertkennzeichnung müssen gut zu erkennen sein. Trotzdem verstecken sich die Angaben häufig auf der Rückseite des Lebensmittels. Skepsis ist auch geboten, wenn mit blumigen Worten - etwa hausgemachter Orangenpunsch - für das Produkt geworben wird. Bei näherem Hinschauen steckt dann doch nur Apfelsaftkonzentrat mit Farbstoffen dahinter.

Achtung, Kalorienbombe!

Prinzipiell sind alkoholische Getränke hochkalorisch. Gerade Glühwein wird häufig durch den Zuckerzusatz zur echten Kalorienbombe. Ein Glas mit 200 Milliliter Glühwein enthält, je nach Zuckergehalt, circa 200 Kalorien.

Beim Glühwein und Punsch auf Nummer Sicher gehen

Auf der sicheren Seite sind Sie, wenn Sie ihren Glühwein oder Punsch selber zuzubereiten. Verwenden Sie dazu möglichst einen hochwertigen Wein beziehungsweise hochwertige Spirituosen. Besonders praktisch ist beim Selbermachen, dass man die Zuckermenge besser im Griff hat. Nicht selten reicht schon ein Teelöffel voll Zucker.

Sie hat den "Durchblick" im Notizbuch

Daniela Krehl ist Diplom-Oecotrophologin, also Ernährungswissenschaftlerin. Bei der Verbraucherzentale Bayern ist sie zuständig für alle Fragen rund um das Thema Ernährung.

Link- und Klicktipps

Verbraucherzentrale Brandenburg, 23.11.18: Stichprobe: Bloß drei von 25 weisen Zutaten aus
Lebensmittelklarheit, 10.12.15: Stichprobe Glühwein: Viel Werbung und nur wenige Informationen
Lebensmittelklarheit, 28.01.16: Schluss mit der Schonzeit für alkoholische Getränke!
Lebensmittelklarheit, 11.04.18: Erlaubt! Alkoholische Getränke mit mehr als 1,2 Alkohol % vol außer Bier müssen keine Zutatenliste tragen

Nächster "Durchblick"

10. Januar 2019


0