Bayern 2


13

Wie gut sind Gelenkprothesen?

Von: Monika Dollinger

Stand: 14.11.2019

Künstiches Hüftgelenk demonstriert am menschlichen Skelett | Bild: picture-alliance/dpa

Peinigende Schmerzen, qualvoll bei jeder Bewegung - das sind die ständigen Begleiter von Menschen, deren Gelenke bis zur Untauglichkeit abgenutzt sind. Viele überstehen die Tage nur mit stärksten Schmerzmitteln.

Experte:

Prof. Dr. Andreas Imhoff, Direktor/Chefarzt Abteilung und Poliklinik für Sportorthopädie der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar
PD Dr. Andrea Achtnich, Fachärtzin für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Abteilung und Poliklinik für Sportorthopädie der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar

Die Medizin bietet schon lange die Möglichkeit, die kaputten Gelenke durch künstliche zu ersetzen. Die Forschung ist auf diesem Gebiet mit Siebenmeilenstiefeln vorangeschritten: Inzwischen stehen Prothesen für verschiedenste Gelenke (Hüfte, Knie, Schulter, Sprunggelenk, Bandscheibe, Finger, Ellenbogen...) zur Verfügung. 2014 wurden laut statistischem Bundesamt allein für Hüfte und Knie rund 370.000 Prothesen implantiert.

"Vor allem so belastete Gelenke wie Hüfte, Knie und Schulter lassen sich gut ersetzen. Die häufigste Ursache, welche zu einem Gelenkersatz führt, ist die symptomatische Arthrose. Leitsymptome sind eine zunehmende Bewegungseinschränkung, Anlauf-, Ruhe- und Nachtschmerzen."

Prof. Imhoff

Dem Text liegt ein Interview mit Prof. Dr. Andreas Imhoff, Direktor/Chefarzt Abteilung und Poliklinik für Sportorthopädie der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar und Dr. Andrea Achtnich, Fachärtzin für Orthopädie und Unfallchirurgie an der Abteilung und Poliklinik für Sportorthopädie der Technischen Universität München am Klinikum rechts der Isar, zugrunde.

Das richtige Krankenhaus finden

Welches Krankenhaus führt regelmäßig die entsprechenden Operationen durch? Antworten finden Sie in der "Weissen Liste", einem Gesundheitsportal der Bertelsmann Stiftung, unterstützt von Dachverbänden der größten Patienten- und Verbraucherorganisationen.

Chirurgen in einem OP-Saal während einer Hüftoperation | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Kaputte Gelenke Die "neue" Hüfte

Rund 220.000 Hüftprothesen werden pro Jahr in Deutschland eingesetzt, bei Knieprothesen sind es etwa 150.000. Die Entscheidung, ob operiert wird oder nicht, wird mittels klinischer und radiologischer Kriterien patientenbezogen getroffen. [mehr]

Künstliches Kniegelenk | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Kaputte Gelenke Das "neue"Knie

Die moderne Prothese des Kniegelenkes besteht im Wesentlichen aus drei Komponenten aus zwei verschiedenen Materialien. [mehr]

Schulterprothese | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Kaputte Gelenke Die "neue" Schulter

Schulterprothesen sind die dritthäufigsten nach Hüft- und Knieprothesen. Nur circa ein paar tausend solcher Operationen werden in Deutschland pro Jahr vorgenommen. [mehr]

Gruppe von Reha-Patienten bei krankengymnastischen Übungen nach einer Hüft-OP | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Kaputte Gelenke Eigeninitiative: Muskeln und Medikamente

Damit neu implantierte Gelenkprothesen gute Dienste leisten können, ist die Initiative der Patienten gefragt: Sie müssen täglich üben und brauchen dazu eine Hilfe - einen Krankengymnasten oder einen Sportlehrer. [mehr]

Teilprothese als Gelenkersatz | Bild: TU München zum Artikel Kaputte Gelenke Nur ein Stückchen - Teilprothesen

Vor allem an Hüfte und Schulter werden Teilprothesen in den letzten zwei Jahren immer häufiger eingesetzt. [mehr]

Fasern eines Knorpels unter dem Mikroskop  | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Kaputte Gelenke Knorpeltransplantation - drei Methoden

Knorpelzellen kann man heute züchten. Erst seit 1996 wird diese Technik in Deutschland durchgeführt. Aus Knorpelzellen lassen sich beispielsweise Teile einer Nase oder eines Ohrs rekonstruieren. [mehr]

Wer wiederholt nach einem längeren Spaziergang Schmerzen in der Leiste verspürt, die eventuell sogar bis ins Knie ausstrahlen, sollte überprüfen lassen, ob der Auslöser dafür eine Hüftarthrose ist. Im Bild: Röntgenbild einer Hüfte mit Arthrose | Bild: LMU München zum Thema Hüftgelenkprothese Neue Hüfte

Arthrose ist ein degenerativer Prozess, bei dem sich im Laufe der Zeit der puffernde Knorpel im Gelenk abreibt. Dieser Prozess kann Jahre dauern. Oft treten Schmerzen erst relativ spät auf. Die Hüfte ist besonders gefährdet. [mehr]

Schulterprothesen werden in den letzten Jahren immer häufiger eingesetzt - im Bild: Mann greift sich an seine rechte Schulter | Bild: colourbox.com zum Thema Schulterprothesen Gelenkersatz für die Schulter

Schultergelenke werden zwar längst noch nicht so oft durch Prothesen ersetzt wie z.B. Hüft- oder Kniegelenke. Aber die Eingriffe werden immer häufiger durchgeführt. Wichtig ist vor allem, dass der Gelenkersatz rechtzeitig erfolgt. [mehr]

Künstliche Hüftgelenkkugeln aus Biokeramik mit einem vergrößerten Durchmesser von 36 Millimetern sind die neueste Entwicklung der Mathys Orthopädie GmbH im ostthüringischen Mörsdorf. | Bild: picture-alliance/dpa zum Thema Spitzenmedizin: Orthopädie Schnittstellen Mensch – Maschine

Mechanik und Technik werden in der Orthopädie immer wichtiger. Roboter und Navigationsgeräte helfen bei Operationen. Endoprothesen errsetzen kaputte Gelenke, Roboter helfen Gelähmten. Doch ist die High-Tech immer notwendig? [mehr]


13