Bayern 2


12

Bayern 2 präsentiert Ganes

Der Bandname Ganes bedeutet „Wassernixen“ und vom Wasser handelt auch das neue Album „Or Brüm“ das „blaue Gold“. Die zauberhaften Popsongs des Trios in Ladinisch sollen demnächst wieder live erklingen.

Von: Markus Mayer

Stand: 25.10.2021 | Archiv

GANES - Or Brüm | Bild: GANES

Alle Termine

Furioser Start

Obwohl sie alle aus einem kleinen Dorf in Südtirol stammen, haben sie sich erst in der Band von Hubert von Goisern zusammengefunden, die beiden Schwester Elisabeth und Marlene Schuen und ihre Cousine Maria Moling. 2007 tourte von Goisern per Schiff die Donau und den Rhein entlang und ermunterte die drei Musikerinnen, während der Konzerte auch mal eigene Songs in ihrer Sprache zu präsentieren. Dir drei sprechen Ladinisch ein Aus diesen sporadischen Auftritten wurde eine feste Band, die ab 2010 dann die alpenländische Heimatsound-Szene aufmischte.

Ladinisch die seltene Sprache

Ganes singen überwiegend auf Ladinisch, die Sprache ihrer Heimat in Südtirol. Es ist ein romanischer Dialekt. Der von etwa 30.000 Menschen gesprochen wird. Ganes veröffentlichten bislang fünf Studioalben in sechs Jahren, spielten Hunderte von Konzerten, traten bei allen wichtigen Festivals auf. Ihr anfangs noch folkorientierter Sound wurde popiger und von einigen Liedern veröffentlichten sie sogar englische Versionen.

Umbesetzung

Ende 2017 kam dann der erste Einschnitt. Maria Moling verließ das Trio, um sich fortan unter dem Künstlernamen Maria de Val zusammen mit ihrem Lebensgefährten dem Duo Me + Marie zu widmen. Als Ersatz kam die Berliner Kontrabassistin und Sängerin Natalie Plöger. Allerdings wurde es dann eine Weile still um die Band – nach 2018 gab es eine Live-Pause und weil die Ganes-Musikerinnen inzwischen in verschiedenen Städte wohnen, zog sich auch die Produktion eines neuen Albums in die Länge. Die Corona-Pandemie sorgte für zusätzliche Verzögerungen.

Blaues Gold

Die Songs des neuen Albums „Or Brüm“ haben diesmal ausschließlich die beiden Schuen-Schwestern geschrieben, allerdings nicht gemeinsam, sondern jede für sich. Elisabeth Schuen ist dabei für die eher melancholischen, manchmal düsteren Lieder zuständig, häufig mit klassischem Touch, während Marlene Schuen vor allem heiter-sehnsüchtigen Pop-Ohrwürmer beisteuert. Die anspruchsvollen Gesangsarrangements und der phantasievolle Umgang mit Stimmen sind es, die dieses Album wie aus einem Guss erschienen lassen, trotz der stilistischen Vielfalt zwischen elektronischen Soundscapes, Klassik- und Folklore-Anklängen und Pop. Auf „Or Brüm“ wird ausschließlich Ladinisch gesungen. Im Booklet kann man deutsche Übersetzungen der Songs nachlesen und wird feststellen, dass „Wasser“ sich als roter Faden durch die Lieder zieht, auch mal in Form von Schnee und Eis – der Albumtitel „Or Brüm“ bedeutet „Blaues Gold“. Wie Ganes die sehr komplexen Arrangements ihres Albums nach der langen Auftrittspause live umsetzen werden, darauf darf man gespannt sein.

Bayern 2 präsentiert alle Auftritte von Ganes in Bayern. 


12