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Alzheimer-Demenz behandeln Funktionsweise der Antikörper-Therapie

Generell sind im Immunsystem jedes Menschen Abwehrstoffe, Antikörper gegen Fremdkörper jeder Art vorhanden, egal ob Bakterien oder Viren. Tauchen solche Fremdkörper auf, so stürzen sich die vorhandenen Abwehrstoffe auf die Eindringlinge. Als Nächstes produzieren Immunzellen zusätzliche Antikörper, sodass sie in großer Anzahl die fremden Antigene angreifen können. Zusätzlich lernt das Immunsystem dazu und bildet gegen neue Angreifer auch neue Antikörper.

Stand: 13.09.2018

Die Alzheimer-Krankheit ist die häufigste Ursache der Demenz, dabei schädigen Eiweißablagerungen die Nervenzellen im Gehirn – Antikörper-Therapien können vielleicht helfen. Im Bild: Arzt beim Impfen eines älteren Patienten | Bild: colourbox.com

Auch gegen das Alzheimer-Eiweiß beta-Amyloid verfügt jeder Mensch ein Leben lang über eigene Antikörper. Geht es uns gut, haben wir viele dieser Antikörper. In depressivem Zustand stehen weniger dieser Abwehrstoffe zur Verfügung.

Eingeschränkte Abwehr

Da das Immunsystem beim älteren Menschen nicht mehr ausreichend Antikörper gegen alle Stoffe produziert, die seinen Körper bedrohen, kann sich das Alzheimer-Eiweiß beta-Amyloid leichter anhäufen und wird weniger abgeräumt. Seit ein paar Jahren forschen Wissenschaftler, ob es eine Möglichkeit gibt, gegen diese körpereigenen Ablagerungen genauso wie gegen fremden Grippeviren zu impfen.

Aktive und passive Immunisierung

Die Impfung kann auf zwei Wegen erfolgen. Zum einen kann man dem Körper vortäuschen, er habe es mit einem neuen Angriff von beta-Amyloid zu tun. Man impft mit einem Eiweiß, dem Antigen, das dem Amyloid sehr ähnlich ist. Dann erwartet man, dass das Immunsystem Antikörper gegen das Amyloid bildet (aktive Immunisierung). Bei der zweiten Möglichkeit (passive Immunisierung) führt man biotechnisch hergestellte Antikörper ein. Das ist momentan die vorherrschende Forschungslinie bei der Alzheimer-Erkrankung.

Praktischer Nutzen

In den ersten Versuchen hat sich gezeigt, dass die Antikörper-Therapie beim Menschen genauso wie bei Mäusen positive Auswirkungen hat und große Mengen Amyloid aus dem Gehirn verschwinden. Der praktische Nutzen ist allerdings noch gering, denn die Leistungsfähigkeit des menschlichen Gehirns kann nicht wieder hergestellt werden, nachdem über viele Jahre ein zu großer Schaden entstanden ist.


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