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Unterschiedliche Ausprägungen Formen der Mangelernährung

Mangelernährung kann in den verschiedensten Formen auftreten und mit den unterschiedlichsten Erkrankungen einhergehen. Als eigene Diagnose wird sie zu wenig beachtet!

Von: Holger Kiesel

Stand: 29.06.2018

Symbolbild: Eine Essiggurke und drei Maiskörner auf einem großen Teller. | Bild: picture-alliance/dpa

Mangelernährung kann in den verschiedensten Formen sowie in der Folge zahlreicher körperlicher Abbauprozesse auftreten. Zu den Erscheinungsformen gehören beispielsweise:

  • akute Mangelernährung
  • chronische Mangelernährung
  • Unterernährung (mit rapidem Gewichtsverlust)
  • Sarkopenie (altersbedingter Muskelabbau)
  • Kachexie (Kräfteverfall in Folge schwerer Krankheiten)

Hinzu kommen weitere Formen. Gegenwärtig werden von den Fachgesellschaften die Formen neu definiert.

Ursachen von Mangelernährung

Mangelernährung ist eine Folge unzureichender Nahrungsaufnahme, ungenügender Verdauung und Malabsortion, also der Aufnahme über den Darm. Hinzu kommen Kau- und Schluckstörungen. Auch medikamentöse Einflüsse können die Aufnahme von Nahrungsbestandteilen hindern. Größere Darmoperationen sowie die Auswirkungen von Chemo- oder Strahlentherapien führen ebenfalls zu Mangelernährung. Weitere Gründe stellen ein Appetitverlust und ein herabgesetztes Hungergefühl dar. Es existieren aber noch viel mehr Ursachen. All diese Faktoren lösen Abbauprozesse im Körper aus (Katabolie), die letztlich zu Mangelernährung führen.

Mangelernährung durch Krankheiten und deren Behandlung

Mangelernährung kann auch durch verschiedene Erkrankungen und intensivtherapeutische Maßnahmen ausgelöst werden. Dazu gehören z.B.:

  • chronisch konsumierende Erkrankungen wie Krebsleiden
  • chronische Pankreatitis
  • chronisch entzündliche Darmerkrankungen
  • Suchterkrankungen
  • längere Aufenthalte auf intensivtherapeutischen Stationen mit Beatmung

Interessant ist, dass ältere Erkrankte (60+) deutlich häufiger Symptome von Mangelernährung zeigen als jüngere, und zwar auch beispielsweise im Zusammenhang mit gutartigen Erkrankungen.

Faktor Stress

Viele Menschen gehen heute psychisch und physisch an ihre Leistungsgrenzen und oft auch darüber hinaus, häufig bis zum Burnout oder zur Depression. Kommt dazu dann noch eine Erkrankung oder ein traumatisches Ereignis, kann es schon innerhalb weniger Tage zum Auftreten von Mangelerscheinungen kommen. Leider wird in solchen Akutsituationen oft zu wenig auf den Ernährungszustand eines Menschen geachtet. Massive Probleme mit der Nährstoffversorgung kann es vor allem dann geben, wenn Appetit und Hungergefühl längerfristig wegbleiben und innerhalb kurzer Zeit ein rapider Gewichtsverlust eintritt.

Wer ist besonders betroffen?

Besonders häufig leiden ältere Menschen unter Mangelernährung. Dies gilt speziell für Vitamine, Spurenelemente und Eiweiß, was wiederum an einer einseitigen Ernährung liegen kann. Aber auch Suchtkranke, wie etwa Alkoholabhängige, haben einen erhöhten Nährstoffbedarf und geraten relativ schnell in defizitäre Zustände. Speziell gefährdet sind Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen sowie Menschen, die sich öfter sehr strengen Diäten unterziehen.


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