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Fit fürs Frühjahr Öko, logisch! Frühjahrsputz im Haus

Wie kann man den Frühjahrsputz möglichst ökologisch erledigen? Extra für den BR haben die Hauswirtschaftsschülerinnen der Berufsschule in Illertissen Reinigungsmittel und -techniken ausprobiert, die besonders umweltfreundlich sind.

Von: Ursula Klement, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 09.03.2018

Spiritus für die Fenster

Frühjahrsputz heißt zuallererst Fensterputz, damit man auch sieht, dass es draußen heller wird. Für saubere Fenster braucht man nicht viel Reinigungsmittel. Wenn der Rahmen stark verschmutzt ist, einen Allesreiniger, sonst reicht auch klares Wasser. Los geht's mit den Rahmen; die werden zuerst geputzt.

Zitronensaft fürs Bad

Putzen, aber bitte ökologisch

Ins Scheibenputzwasser gibt man ein wenig Spiritus und reinigt damit die Fensterscheiben. Als Putzlappen kann man Mikrofasertücher verwenden. Anschließend die nassen Scheiben mit einem Abzieher trocknen oder mit einem Baumwolltuch. Man könnte aber auch Zeitungspapier nehmen.

Fliesen lassen sich ganz ökologisch mit Zitronenwasser putzen. Das Zitronenwasser ist Wasser mit einem Schuss Zitronensaft. Für den Spiegel gibt es dann wieder Spirituswasser, wie bei den Fensterscheiben. Eine Deckelkappe Spiritus auf fünf Liter Wasser, mehr braucht es nicht.

Margarine gegen Fingertapper

Beschichtete Oberflächen, also zum Beispiel Küchenfronten oder Türen, haben oft Fingerabdrücke und andere fettige Tapper in der Nähe der Griffe. Die gehen nicht weg, wenn man mit einem Spülmittellappen bloß darüber wischt. Hier hilft es, sie erst einmal ein bisschen mit Margarine einzuschmieren. Das lässt man eine Weile einwirken, damit die Fingertapper weich werden. Danach mit Spülmittellauge abwischen, und weg sind die unansehnlichen Spuren. Die Vorbehandlung mit Fett eignet sich auch für Kunststoffschüsseln, die sich verfärbt haben, etwa durch gelbe Rüben. Einfach mit ein bisschen Öl einreiben und auswischen.

Gallseife gegen Fettflecken auf Wäsche

Hat das Lieblings-T-Shirt Fettspritzer abbekommen, einfach mit Gallseife einreiben. Beim Waschen löst sich das Fett dann besser auf. Gallseife gibt es als Seifenstück oder flüssig in der Flasche. Wenn man zum Seifenstück greift, hat man weniger Verpackungsmüll als bei der Kunststoff-Flasche.

Stärke für die Teppichreinigung

Die wissen, wie's geht: die Hauswirtschaftsschülerinnen der Berufsschule in Illertissen mit ihrer Lehrerin (links)

Zum Schluss des Frühjahrsputzes kommen noch die Teppichflecken dran. Oftmals reicht für die Teppichreinigung ganz normale Stärke, wie man sie auch zum Kochen verwendet. Die Stärke auf die Flecken streuen, mit einem feuchten Lappen einreiben. Nicht bei der Stärke sparen, das muss ein richtiger Matschbrei werden. Trocknen lassen; das dauert etwa 20 Minuten. Und dann einfach mit dem Staubsauger absaugen.

Reinigungsmittel exakt dosieren

Aber auch wer keine Hausmittel verwendet, kann beim Frühjahrsputz auf die Umwelt achten. Das fängt an mit einem sparsamen Einsatz von Reinigungsmitteln. Das heißt: exakt dosieren. Bei der "Schüttmethode" wird meistens zu viel Reinigungschemie benutzt und belastet die Umwelt wirklich unnötigerweise. Außerdem schont sparsames Dosieren auch den Geldbeutel. Wer möglichst oft Bürsten, Schwämme und Pfannenfeger einsetzt, sprich: wer mechanisch reinigt, kann ebenfalls den Chemieeinsatz weiter reduzieren.

Tipp! Schmutz vermeiden. Die Schuhe vor der Wohnungstür ausziehen und einen Schmutzläufer auslegen. Wenn doch Flecken entstanden sind, gleich entfernen und nicht erst warten, bis sie eingetrocknet sind und sich dann nur noch schwer entfernen lassen.

Normalerweise sind Desinfektionsmittel unnötig

Statt Desinfektionsmittel: Lieber öfter mal die Hände waschen

Reinigungsmittel sollten biologisch abbaubar sowie frei von synthetischen Duftstoffen, Farbstoffen und Konservierungsstoffen sein. Wenn man neue Putzmittel kauft, sollte man zu Produkten mit dem Blauen Engel oder dem Euro-Umweltzeichen greifen.

Desinfektionsmittel braucht es im Privathaushalt nicht wirklich. Sie schaden meist mehr, als dass sie nutzen. Um etwa die Toilette zu desinfizieren, tut es auch kochend heißes Wasser.

Bei all dem Kopf, den sich viele ums Nicht-nur-sauber-sondern-rein im Haushalt machen, sieht es bei der simpelsten Sauberkeitshandlung oft nicht so gut aus: dem Händewaschen. Dabei werden die meisten Keime von Hand zu Hand weitergereicht.

Der Sinnersche Kreis

Grafik des Sinnerschen Kreises: Demnach müssen beim Putzen Temperatur, Zeit, Mechanik und Chemie 100 Prozent ergeben

Der 'Sinnerschen Kreis' ist nach dem Chemiker Herbert Sinner († 1988) benannt. Dabei wird davon ausgegangen, dass vier Parameter - Chemie, Mechanik, Temperatur und Zeit - den Erfolg einer Reinigung bestimmen. Alle vier Faktoren sind voneinander abhängig, aber untereinander in ihrer Größe veränderbar. Beispiel: Zur Chemie zählt das Mittel, mit dem geputzt oder gewaschen wird. Mechanik meint, wie der Schmutz gelöst wird - etwa durch Reiben oder Schrubben. Schrubbt man fester, kann weniger Chemie verwendet werden.


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