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Filterkaffee, Espresso oder "ohne" Welche Kaffeesorte ist am bekömmlichsten?

Über ihn wurden Filme gedreht und unzählbare Studien veröffentlicht. Dennoch ranken sich auch heute noch zahlreiche Mythen um den Kaffee. Wurde er lange verteufelt, ist er heute längst zum Wunderheilmittel gegen alle erdenklichen Krankheiten avanciert. Wie gesund Kaffee wirklich ist und welche Variante am bekömmlichsten, erfahren Sie hier.

Von: Antonia Märzhäuser

Stand: 16.02.2018

Kaffeebohnen | Bild: picture-alliance/dpa

Auf dem Weg zur Arbeit noch kurz einen Espresso an der Theke? Für alle Italienliebhaber gibt es gute Nachrichten. Denn Espresso ist nicht nur "dolce vita", sondern auch noch besser verträglich als zum Beispiel Filterkaffee. Das hat zwei Gründe. Erstens wird der Espresso länger geröstet, wodurch die Bohnen an Säure verlieren. Zweitens kommt der gemahlene Espresso nur kurz mit dem Wasser in Berührung, wodurch die Säure gar keine Zeit hat in das Wasser zu gelangen. Ganz anders beim türkischen Mocha, wo das Kaffeepulver in der Tasse bleibt und der Säureanteil dementsprechend hoch ist.

Zertifizierter Wachmacher: Koffein

Koffein macht wach. Das ist nicht nur so ein Gefühl, sondern ganz offiziell von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt. Aber Koffein nimmt noch ganz anders Einfluss auf unseren Körper.

"Koffein hat erstmal den angenehmen Effekt, dass er die Verdauung anregt. Das ist bei jedem Morgenkaffee zu spüren. Es ist aber auch so, dass Koffein den Reflux, also das Sodbrennen forcieren kann."

Daniela Krehl, Verbraucherzentrale Bayern

Menschen, die zu Sodbrennen neigen, sollten öfter zu einem entkoffeinierten Kaffee greifen. Und für diejenigen, die empfindlich auf den Wachmacher Koffein reagieren, gibt es auch einen Tipp: Statt schwarz, den Kaffee mit einem Schuss Milch trinken. Denn durch das Fett der Milch gelangt das Koffein langsamer in den Körper.

Die Qualität macht den Unterschied

Kaffeebohnen: links geröstet, rechts nicht.

Während der Kopfschmerz am Morgen oft ein eindeutiges Indiz für einen weniger hochwertigen Wein am Vorabend ist, lässt sich auch die Qualität des Kaffees an seiner Bekömmlichkeit messen. Günstige Kaffees werden industriell geröstet und das bedeutet: Schnell und heiß. Das hat zur Folge, dass die Bohnen nur außen rösten. Der Kern bleibt hell und behält damit eine hohen Säuregehalt. Am oberen Ende der Qualitätsskala befinden sich die so genannten „Third Wave“ Kaffees. Die zeichnen sich dadurch aus, dass nicht nur das Ausgangsprodukt, also die Bohnen, hochwertiger sind, sondern auch der Röstvorgang schonender abläuft.

"Wenn du dem Kaffee Zeit gibst Aromen und Säuren ab- und aufzubauen, dann führt das dazu, dass der ganze Kaffee in der Tasse dann auch bekömmlicher ist, als bei einer zu schnellen, zu heißen Röstung."

Toni Lohde, Barista im Münchner Café Vits

Kein Wunderheilmittel, aber gesund

"Koffein hat viele positive Effekte, die gar nicht bekannt sind", sagt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. So kann es präventiv gegen Diabetes Typ 2 und Gallensteine wirken. Außerdem zeigen Studien, dass Kaffee das Risiko an Leberkrebs zu erkranken, senken kann. Wichtig hierbei: Kaffee kann immer nur einer von vielen Faktoren sein, der auf die Gesundheit einwirkt. Als Wunderheilmittel taugt er nicht.


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