Bayern 2

Der BR beim Faust-Festival

Faust-Festival 2018 Der BR beim Faust-Festival

Der Bayerische Rundfunk ist Partner des Faust-Festivals München, das vom 23. Februar bis 29. Juli läuft. In Hörfunk und Fernsehen und im Netz begleiten wir das Festival mit vielfältigen Inhalten zum Thema.

Faust! Das ist ein Drama, eine Stadt und Hunderte Events - und das fünf Monate lang. Faust, dieser Prototyp des rastlos suchenden modernen Menschen, hat jede Menge Projekte inspiriert und ist von Ende Februar bis Ende Juli in Ausstellungen, Theatern, Konzerten, Filmen, Vorträgen, literarischen Veranstaltungen, Webserien und auf Partys zu erleben. Der Bayerische Rundfunk ist Partner des Münchner Mega-Events: In Fernsehen und Hörfunk, Online und vor Ort, bei der Marathonlesung "Faust NOW!" und in der Hypo Kunsthalle.

"Faust NOW!" vor dem Residenztheater

Alle Faust-Fans sind willkommen! Bei diesem Kunstprojekt des BR versammeln sich so viele Passanten wie möglich, um "Faust I" und "Faust II" live zu lesen. Laien und Prominente übernehmen Passagen aus "Faust". Die Veranstaltung wird auf den Social-Media-Kanälen des BR gestreamt.
Samstag, 10 März, 11:00 bis 19:00 Uhr

Faust in Bayern 2 und BR-KLASSIK und im BR Fernsehen

Eine erste Übersicht der Sendungen in Fernsehen und Hörfunk. Capriccio und Rundschau werden in BR Fernsehen vom Faust-Festival berichten. Den Auftakt macht BR-Klassik mit einer 10-teiligen Reihe samstags in der Sendung Piazza.

10. Februar bis 14. April, 10:30 Uhr, BR-Klassik
"Zoom – Geschichte der Klassik"
Vom Himmel durch die Welt zur Hölle. Eine musikalische Reise zu Faust
Von Markus Vanhoefer

20. Februar, 22:00 Uhr, BR Fernsehen
"Was wusste Goethe über Big Data?"
Warum sein alter 'Faust' immer noch aktuell ist
Von Lars Friedrich

20. Februar, 22:30 Uhr, BR Fernsehen
"Goethe oder Das Glück ist immer anderswo"
Goethes Faust war wohl ein erster Entwurf des modernen Menschen. Goethe war technisch ungeheuer interessiert und er war völlig fasziniert von den Möglichkeiten der industriellen Revolution. Die Erfindung der Dampfmaschine setzte alles in Bewegung: die Industrie, die Wirtschaft, die Eisenbahn. Und gleichzeitig machte diese Entwicklung dem Schriftsteller Angst. Als einer der ersten ahnte er voraus, was heute Wirklichkeit geworden ist: Dass die Geschwindigkeit der Maschinen unserem Leben eine Dynamik verliehen hat, die uns nicht mehr erlaubt stehen zu bleiben. Die uns antreibt ständig auf eine immer noch bessere Zukunft zu setzen, anstatt unsere Gegenwart zu genießen. Die uns zu Konsumenten macht, die nie zufrieden sind, weil man darauf setzt, dass immer etwas noch besseres nachkommt. Und die uns dazu bringt als „Global Player“ schließlich unsere ganze Welt zu ruinieren.
Von Meinhard Prill

24. Februar, 09:05 Uhr, Bayern 2 am Samstagvormittag
"Wie viel Faust steckt in Ihnen?"

27. Februar, 20:03 Uhr, BR-Klassik
Franz Liszt: Eine Faust-Sinfonie
Interpretationen im Vergleich
Von Jörg Handstein

1. März, 14:05 Uhr, Bayern 2
"Du bist Faust": Ausstellung in der Hypo-Kunsthalle
Bericht und Kartenverlosung

Goethes "Faust" ist kein verstaubter Lehrstoff, sondern hat mit uns zu tun: Das will die Ausstellung "Du bist Faust" in der Hypo-Kunsthalle in München zeigen. Die Handlung des Dramas bildet Rahmen und Fundament der Schau, und so durchwandelt, ja erlebt man das Drama nicht nur als Zuschauer, sondern vielmehr als persönlich Angesprochener. Wie eine Klammer um all die so unterschiedlichen Kunstwerke verschiedener Epochen wirkt die spektakuläre Ausstellungsarchitektur. Irgendwann steht man sogar selbst auf der Bühne, sieht man plötzlich Kulissen von hinten und vor sich den Zuschauerraum, das Ganze zu den Klängen von Charles Gounods Faust-Oper. Bühnenbildner Philipp Fürhofer hat ganze Arbeit geleistet und diese Mischung aus Literatur-, Kunst- und kulturhistorischer Ausstellung zu einer lustvollen Angelegenheit gemacht – und zwar ohne dabei die Tiefe des Stoffes in Disneyland-ähnlichen Bildern zu versenken.
Von Julie Metzdorf

1. März, 21:05 Uhr, Bayern 2
"Klaus Mann: "Mephisto"
Klaus Mann und die dämonische detusche Schauspielerseele im Mephisto. Lesung mit Dieter Mann in den radioTexten am Donnerstag
Von Judith Heitkamp

3. März, 13:05 Uhr, Bayern 2
"Auf eigene Faust – Künstler recyclen Goethe"
Was gibt "Faust" dem Pop? Was interessiert Künstler von heute an dieser Gestalt, die für Wissen und Macht ihre Seele an den Teufel verkauft? Ein Konflikt um Schuld und Erlösung – welche Parallelen zur Gegenwart lassen sich finden? Und: Wie kann und soll "Faust" heute klingen, als Text, als Musik, als Kunstwerk?
Von Jing Wu, Peter Pichler und Bernhard Jugel

3. März, 19:05 Uhr, BR-Klassik
Hector Berlioz: La damnation de Faust
Orchestre Révolutionnaire et Romantique
Leitung: John Eliot Gardiner

2. März, 16:05 Uhr, Bayern 2
Stephanie Heinzeller im Gespräch mit Manfred Osten, deutscher Autor, Jurist und Kulturhistoriker (Goethe-Spezialist)

Eins zu Eins. Der Talk

3. März, 13:05 Uhr, Bayern 2
"Auf eigene Faust - Künstler recyceln Goethe"

Als literarische Gestalt hat er Jahrhunderte überdauert: Johann Georg Faust, ein mittelalterlicher Alchimist und Betrüger, angeblich zu Lebzeiten mit dem Teufel im Bund. Dank Christopher Marlowe und Johann Wolfgang von Goethe wurde er zur literarischen Ikone, tausendfach wurden Faust und Mephistopheles  seither in Opern und Popsongs besungen. Faust-Anspielungen gibt es beim Bluesmusiker Robert Johnson („Me and the Devil Blues“) und bei den Rolling Stones („Sympathy for the Devil“). Popstars wie Bela B. und Thomas D. haben Ausschnitte aus Goethes Drama als Hörbuch eingelesen („Faust vs. Mephisto“). Und als Bandname wurde Faust oder Faustus von Musikern aller  Genres verwendet. Doch was gibt Faust dem Pop? Was interessiert Künstler von heute an dieser Gestalt, die für Wissen und Macht ihre Seele an den Teufel verkauft? Ein Konflikt um Schuld und Erlösung  - welche Parallelen zur Gegenwart lassen sich finden? Und: wie kann und soll Faust heute klingen, als Text, als Musik, als Kunstwerk?
Von und mit Jing Wu, Peter Pichler und  Bernhard Jugel

6. März, 9:05 Uhr, Bayern 2
"Faust und die Folgen" + "In Lebensfluten, im Tatensturm"
Die Rezeption des Faust-Stoffes
Von Julia Devlin

6. März, 22:05 Uhr BR-Klassik
"Neue Musik zum Thema Faust"
"
Dass sich das größte Werk vollende – Genügt Ein Geist für tausend Hände"
Von Philipp Quiring

Ausstellung: "Du bist Faust" in der Kunsthalle München

10. März, 8:05 Uhr, Bayern 2
"Faustisches Bayern – Eine mephistophelische Erkundung"
Von Thomas Kernert


Faust, "der Mensch", ist ungeduldig, unbescheiden und "unbehaust". Ähnlich der Bayer: Auch ihn bedrängen immer wieder Schübe starker Orientierungslosigkeit, die ihn entweder lähmen oder aber in einen hyperaktiven Hansdampf verwandeln. Den ewigen Fragen menschlicher Existenz ist er ähnlich intensiv ausgeliefert wie der Held des Goethe-Dramas. Weshalb er, der Bayer, denn auch ähnlich skrupellos auf teuflische Unterstützung zurückgreift wie einstens Faust.

10. März, 18:05-24:00 Uhr, BR-Klassik
Faust-Musiknacht
"Was die Welt im Innersten zusammenhält", möchte Faust erkennen. Inspiriert von Johann Wolfgang von Goethes Tragödie haben sich Komponisten wie Richard Wagner, Charles Gounod oder Gustav Mahler mit dem Stoff auseinander gesetzt. Der Faust-Mythos hat tiefe Spuren auch in der Musik hinterlassen, in Liedern, Kantaten, Sinfonien, Opern, Orgelimprovisationen oder Klaviersonaten. Eine Vielfalt frei nach "Faust": "Wie alles sich zum Ganzen webt, Eins in dem andern wirkt und lebt!" Zu Gast sind unter anderen die Gesangsstars Christian Gerhaher, Christiane Karg, Lioba Braun, Michael Volle und René Pape.
Von Elgin Heuerding

11. März, Der große "Faust-Sonntag" auf Bayern 2

8:30 Uhr, Bayern 2
"Johann Wolfgang - Wie hältst Du es mit der Religion?"
Evangelische Perspektiven zum Thema: "Wie hältst Du es mit der Religion?"
Von Irene Dänzer-Vanotti

18:05 Uhr, Bayern 2
"Eine kleine faustische Walpurgisnacht"

Eine "kleine Walpurgisnacht" mit verschiedenen Seitenblicken auf Goethes Welttheaterstück. Darunter: "Die DDR als dritter Teil des 'Faust'". Über die politischen Vereinnahmungen einer kosmopolitischen Dichtung. Und: "Faust lebenslänglich" – eine Begegnung mit dem Göttinger Germanisten Albrecht Schöne, der Goethes Faust-Dichtung in den vergangenen Jahrzehnten wieder und wieder neu erschlossen hat.
Kulturjournal


19:30 Uhr, Bayern 2
"Faust I & II - der Höspielabend"
Eine Kultproduktion des BR aus dem Jahre 1964

13. März, 20:05 Uhr, Bayern 2
"Zur Faust geballt – Goethes wahres Drama"
Goethes Drama vom ewig strebenden Faust hat viel zu dem Bild beigetragen, das man in Deutschland von der Dichtkunst hat. Dies ist so einleuchtend wie merkwürdig: Handelt es sich doch beim Nationaldrama der Deutschen um die Geschichte eines Doppelmörders (Faust ersticht den Bruder seiner Geliebten und vergiftet deren Mutter), der, nachdem ihn seine umfassende Bildung enttäuscht hat, sein Lebensziel darin findet, mit Hilfe eines zwielichtigen Teufels ein minderjähriges Mädchen (Gretchen) zu verführen und es – nachdem es aus Verzweiflung ihr Kind umgebracht hat – gelangweilt im Kerker zurückzulassen.
Von Andreas Ammer

13. März, 22:30 Uhr BR Fernsehen
"Faust. Was Goethe über Big Data wusste"
Die These: Faust ist der Prototyp des modernen Menschen – er ist Kapitalist, Narzisst, ein früher Global Player. Vor 200 Jahren spielte Goethe in "Faust" I und II visionär nichts weniger als das Drama der Moderne in all ihren Phänomenen durch. In starken Symbolbildern, mit geweitetem Blick, elegischen Überflügen, dem dynamischen Wechsel von Rastlosigkeit und Ruhe visualisiert der Film die im "Faust" angesprochenen Phänomene der Moderne, die uns heute umgeben. Grenzenlose Forschung, Automatisierung, New Economy.
Von Angelika Kellhammer

14. März, 19:00-19:30 Uhr, BR-Fernsehen
STATIONEN - "Zwei Seelen wohnen, ach!" Die Kunst der Entscheidung
"Zwei Seelen, wohnen, ach, in meiner Brust!"- dieser oft zitierte Ausspruch aus Goethes Faust spiegelt eine innere Zerrissenheit wider, die Doktor Faust quält. Er fühlt sich hin- und hergerissen zwischen zwei gleichwertigen Optionen. Ein Dilemma. Für jede Entscheidung   gibt es gute Gründe.  Ein literarischer Stoff, der bis heute herausfordert und ein Gefühl, das viele kennen. STATIONEN erzählt Geschichten von Menschen, die heute vor weitreichenden Entscheidungen stehen oder sie gefällt haben. Und Moderatorin Irene Esmann versucht im Kloster Münsterschwarzach zu klären, wie man eine "gute" Entscheidung trifft.

18. April, 19:00-19:30 Uhr, BR Fernsehen
STATIONEN – Des Pudels Kern

Der Pakt mit dem Teufel ist das große Thema in Goethes Drama "Faust". Doch wer oder was ist der Teufel? Verkörpert er das Böse schlechthin? Lauert er noch heute in den Abgründen von Religion und Alltag? Oder hat ihn der aufgeklärte Mensch abgeschafft? STATIONEN beleuchtet,  wie der Teufel in christlicher Theologie und Tradition, aber auch in anderen Religionen erscheint, und recherchiert in Fällen "teuflischer" Versuchung und Verführung. Moderator Benedikt Schregle erlernt in der Oberpfalz – wirksame? – Techniken, sich und sein Haus vor dem Bösen zu schützen.

14. Juni, 19:05 Uhr, BR-Klassik
"Faust in der Oper"

„Mozart hätte den Faust komponieren müssen…“. „Keine dramatische Dichtung der Weltliteratur ist so sehr von unhörbarer Musik erfüllt und trotzdem so unkomponierbar wie Faust“ – so lautet das Fazit des großen Germanisten Dieter Borchmeyer. Was Komponisten freilich nicht daran hinderte, in den letzten zweihundert Jahren immer wieder Goethes Opus summum auf die Opernbühne zu bringen. Der Dichterfürst selbst hat sich offenbar eine Vertonung gewünscht, nur mangelte es ihm an dem geeigneten Kandidaten: Mozart wäre sein Favorit gewesen, während er von den zeitgenössischen Komponisten allenfalls Meyerbeer in Betracht zog, der jedoch „zu sehr mit italienischen Theatern verflochten“ sei. So hat Goethe keines der über 60 musikdramatischen Werke gehört, die sich auf unterschiedlichste Weise mit der Geschichte von Faust, Gretchen und Mephisto auseinandersetzen. Die Spanne von Gounods romantischer Erfolgsoper über Schumanns mystische Faust-Szenen bis zu Boitos zynisch pfeifendem Mefistofele ist breit und der Goethe-Anteil am Libretto schwankend. „Verweile doch! du bist so schön!“ wird man aber sicher zu vielen musikalischen Augenblicken sagen können in der KlassikPlus-Sendung von Alexandra Maria Dielitz mit dem prominenten Gast Dieter Borchmeyer.  

16. Juni, 19:05 Uhr, BR-Klassik
"Faust-Oper" von Charles Gounod
Historische Aufnahme von 1958 mit Nicolai Gedda, Victoria de los Angeles u.a.
Orchester des Théâtre National de l´Opéra Paris, Leitung: André Cluytens