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Alles nur Fake? Das betrügerische Geschäft mit Online-Bewertungen

Sterne sind die neue Währung im Internet. Unternehmen mit vielen positiven Bewertungen haben es leichter, neue Kunden zu gewinnen und ihre Produkte zu verkaufen. Der Drang nach Sternen und positiven Online-Bewertungen ist groß. Unseriöse Agenturen, die Fünf-Sterne-Bewertungen zum Kauf anbieten, machen kräftig Kasse.

Von: Eleni Klotsikas

Stand: 27.02.2021

Um herauszufinden, wie das Geschäft mit gekauften Bewertungen funktioniert, hat sich Journalistin Eleni Klotsikas als sogenannte Clickworkerin bei einer Bewertungsagentur eingeschleust und erfahren, wie man mit Schreiben von Fake-Bewertungen Geld verdienen kann.

Hunderte Euros für gekauftes Lob

Die Hintermänner dieser zweifelhaften Agenturen verstecken sich hinter intransparenten Firmengeflechten mit Sitz in Steuerparadiesen. Damit entziehen sie sich dem Zugriff der Justiz. Große Online-Portale fürchten um ihre Glaubwürdigkeit und fahnden deshalb selbst nach den Betrügern. Das Geschäft floriert dennoch, wie ein Whistleblower erzählt: Ärzte, Anwälte, Autohäuser, Online-Händler und KFZ-Gutachter aus ganz Deutschland zahlen Hunderte von Euros für gekauftes Lob im Internet. Manche geben sogar den Text vor. Die Dreistigkeit, mit der getrickst wird, scheint grenzenlos.

Fatale Folgen für die Verbraucher

Die Gefahr, an schlechte Dienstleister ist groß, wie der Fall eines plastischen Chirurgen zeigt. Beim Ärztevergleichsportal Jameda beeindruckte er mit über hundert positiven Bewertungen. In Wirklichkeit hat er viele seiner Patient*innen durch grobe Behandlungsfehler entstellt und traumatisiert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihn. Auch bei Amazon finden sich fragwürdige Produkte, die durch gekaufte Bewertungen prominent platziert sind. Das weltweit größte Online-Kaufhaus versucht inzwischen selbst gegen diese Bewertungen vorzugehen.


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