Bayern 2


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Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen

Von: Susanne Dietrich

Stand: 19.07.2021

Auf dem Bildschirm eines Computers ist das Instagram-Profil von Nutzerin Amalie Lee mit einem Foto zu sehen das zeigt, wie sie vor, während und nach ihrer überstandenen Essstörung ausgesehen hat. Auf Instagram dokumentiert sie ihren Weg zurück - ihre Heilung. | Bild: picture-alliance/dpa

Essstörungen entstehen häufig in der Pubertät, also in einer wichtigen Phase der Hirnreifung und Hirnentwicklung. Die zahlreichen Umbrüche auf verschiedenen Ebenen machen junge Menschen in dieser Lebensphase besonders anfällig dafür, eine Essstörung zu entwickeln. Körperliche Veränderungen, erste sexuelle Erfahrungen, aber auch Fragen der persönlichen Entwicklung spielen eine wichtige Rolle: Wer bin ich? Wo ist mein Platz in der Gruppe? Wo soll es beruflich hingehen?

Expertin:

Dr. Karin Lachenmeir, Leiterin des Therapie-Centrums für Essstörungen der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin am Klinikum Dritter Orden in München

Diese Herausforderungen sind mit biologischen Umstrukturierungen verbunden. Eine Essstörung blockiert und erschwert diese Entwicklungsprozesse, es entsteht ein fataler Teufelskreis. Deswegen ist es wichtig, Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen möglichst früh zu erkennen und zu behandeln. Nur dann kann man einer Chronifizierung entgegenwirken, die sich bis ins Erwachsenenalter zieht. An Essstörungen leiden Mädchen und junge Frauen besonders häufig, es gibt aber auch immer mehr männliche Betroffene.

Dem Text liegt ein Interview mit Dr. Karin Lachenmeir, Leiterin des Therapie-Centrums für Essstörungen der Klinik für Kinder- und Jugendtherapie am Klinikum Dritter Orden in München, zugrunde.

Sarah ist 21 Jahre alt und hat Angst vor dem Leben. Angst vor dem Erwachsenwerden. Angst vor dem dick werden. Sarah hat Bulimie. | Bild: BR/SWR/Umbreit zum Artikel Die häufigsten Essstörungsbilder Magersucht, Bulimie und Binge-Eating-Störung

Die drei häufigsten Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen sind Magersucht (Anorexie), Ess-Brech-Sucht (Bulimie) und Esssucht (Binge-Eating-Störung). [mehr]

Unsichtbare Esstörung Bulimie - eine junge Frau steht selbstrktisch vor einem Spiegel, in dessen Spiegelbild sie sich anders sieht, als wir sie sehen | Bild: BR Grafik zum Artikel Ein Mosaik von Einflussfaktoren Ursachen für Essstörungen

Es gibt zumeist nicht die eine zentrale Ursache, die eine Essstörung bei Kindern und Jugendlichen erklären würde. Man kann eher von einem Ursachen-Mosaik sprechen, das sich aus vielen kleinen Bestandteilen zusammensetzt. [mehr]

Im Gemeinschaftsraum der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, Zentrum für Essstörungen, an der Uniklinik in Dresden (Sachsen) hängen Zettel mit Zielen der Patienten wie "besser schmieren und portionieren und Zeit beim Essen einhalten". | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Wege aus der Krankheit Therapieoptionen bei Essstörungen

Häufig wirken Essstörung und Persönlichkeit so sehr miteinander verwoben, dass es lediglich eine Frage des Willens zu sein scheint, wieder gesund zu werden. Die Realität sieht jedoch anders aus. [mehr]

Therapienetz Essstörung Logo | Bild: Therapienetz Essstörung zum Artikel Erste Schritte aus der Essstörung Anlaufstellen für Betroffene und Angehörige

Ob eine stationäre oder ambulante Therapie sinnvoll ist, hängt vom Schweregrad und dem Zeitpunkt der Erkrankung ab. Auf der Suche nach dem richtigen Weg helfen unter anderem Beratungsstellen für Essstörungen. [mehr]


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