Bayern 2


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Ernährungssünden Übergewicht und die Folgen

Was besonders gut schmeckt, ist meist ungesund: zu süß, zu fett, zu kalorienhaltig. Wer dick ist und sich wenig bewegt, hat ein erhöhtes Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck, Atemnot, Gelenkbeschwerden sowie an Fett- und Zuckerstoffwechselstörungen zu erkranken.

Von: Uli Hesse

Stand: 26.02.2019

Eine Frau hält sich ihren dicken Bauch. | Bild: BR/Julia Müller

Etwa 80 Prozent aller Fälle von Typ-2-Diabetes lassen sich auf Übergewicht zurückführen. Dabei beeinflussen nicht nur die Essgewohnheiten, sondern vor allem die Menge des Bauchfetts die Entstehung von Diabetes.

Gefahr Übergewicht

Die Deutschen werden immer dicker. Fast zwei von drei Männern und zwei von fünf Frauen sind inzwischen übergewichtig. Vor allem Männer trifft es am Ende ihres Berufslebens: Etwa drei Viertel wiegen zu viel. Bei Kindern kehrt sich der Trend gerade um: Erstklässler wiegen seltener zu viel als noch vor ein paar Jahren. Dennoch sind etwa zwei Millionen Kinder und Jugendliche krankhaft übergewichtig.

Doch ab wann spricht man von Übergewicht? Eine Orientierungshilfe ist der Body-Mass-Index (BMI). Ideal ist ein BMI zwischen 18,5 und 25 kg/m² oder auch etwas höher, immer vorausgesetzt, man bewegt sich ausreichend und ernährt sich ausgewogen. Ab einem BMI von etwa 30 beginnt die Fettleibigkeit (Adipositas) – mit einem entsprechend höheren Risiko zu erkranken.

Gefahr Untergewicht

Untergewicht ist nicht gesünder; es bringt nur andere Probleme mit sich - zum Beispiel Osteoporose, die vermehrt zu Knochenbrüchen führen kann. Auch Bandscheibenvorfälle sind häufiger bei untergewichtigen Patienten. Das gesündeste Gewicht ist wirklich das Normalgewicht.

Folgeerkrankungen

Je höher das Übergewicht, desto größer das Risiko für Folgekrankheiten – vor allem für Menschen mit der entsprechenden Veranlagung: Hoher Blutdruck, Störungen des Fett- und Zuckerstoffwechsels wie Typ-2-Diabetes und erhöhten Cholesterinwerten. Knochen und Gelenke können schneller verschleißen, weil sie schwerer tragen müssen.

Gefäßveränderungen wie Arteriosklerose – eine "Verkalkung" der Gefäße – können zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen. Bei Diabetes kann es zu Augen-, Nerven- und Nierenschäden kommen. Bei starkem Übergewicht scheint das Gehirn aufgrund eingeschränkter Vernetzungen im höheren Alter schlechter planen und sich erinnern zu können, so dass so das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, zu steigen scheint.

 Das metabolische Syndrom

Wer sehr dick ist und sich wenig bewegt, hat ein höheres Risiko für das sogenannte metabolische Syndrom. Diese Kombination von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Fettleber kann unter anderem auch ein erhöhtes Krebsrisiko und dadurch eine reduzierte Lebenserwartung nach sich ziehen.

Krebsrisiko

"Wer übergewichtig ist, viel rotes Fleisch und vermehrt gebratenes Essen zu sich nimmt und zu wenig Obst und Gemüse isst, hat ein erhöhtes Darmkrebsrisiko."

Prof. Dr. Julia Mayerle


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