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Durchblutungsstörungen Ernährung bei Bluthochdruck und venenbedingten Wassereinlagerungen

Sowohl bei den Durchblutungsstörungen der Arterien als auch der chronischen Venenschwäche lohnt es sich für Patienten, ihre Ernährungsgewohnheiten zu überprüfen.

Von: Uli Hesse

Stand: 10.12.2019

Eine Frau bei der Zubereitung von Kimchi. | Bild: picture-alliance/dpa

Um den Blutdruck zu senken, Übergewicht zu verlieren und venenbedingten Wassereinlagerungen in den Beinen zu vermeiden ist eine ballaststoffreiche Kost mit niedriger Energiedichte wichtig, die natriumarm und überwiegend vegetarisch ausgerichtet ist und auf Genussmittel verzichtet.

Übergewicht

Natürlich kann Übergewicht auch erblich bedingt sein, aber meist handelt es sich um falsches Essverhalten. Durch eine Gewichtsreduktion können Patienten ihren Blutdruck erkennbar senken. Das funktioniert mit einer Ernährung mit vegetarischer Grundtendenz besser, weil nur pflanzliche Nahrungsmittel Ballaststoffträger sind. Ein hoher Anteil von Ballaststoffen reduziert die Energiedichte von Nahrungsmitteln.

"Wir dürfen nicht nur immer auf die Kalorien schauen, sondern auf den Kaloriengehalt pro Volumen der verzehrten Nahrungsmittel. Eine bestimmte Kalorienzahl in einem kleinen Volumen führt zu Übergewicht und macht uns nicht satt, während die gleiche Kalorienzahl in einem großen Volumen einen größeren Sättigungseffekt hat. Gewichtzunahme ist daher oft assoziiert mit der falschen Auswahl von Nahrungsmitteln."

Dr. Artur Wölfel

 Weniger Salz

Studien haben gezeigt, dass etwa die Hälfte aller betroffenen Patienten ihren Blutdruck mit einer Verminderung der Kochsalzzufuhr senken kann.

"Das Zusalzen selbst macht dabei allenfalls ein bis zwei Gramm pro Tag aus. Problematisch sind die versteckten Salze, von denen wir im Allgemeinen 12-15 Gramm Salz pro Tag zu uns nehmen. Sie stecken in Wurst, Konserven, Brot, Räucherwaren, Fertigprodukten. Wir brauchen maximal fünf bis sechs Gramm Salz am Tag, und das können Patienten durch die richtige Nahrungsmittelauswahl steuern."

Dr. Artur Wölfel

Besser sind Getreideerzeugnisse, Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst - also eine Ernährung mit vegetarischer Grundtendenz. Ein Beispiel: Im Vergleich zu rohen, naturbelassenen Karotten ist der Natrium – also Kochsalz-Gehalt – von abgetropften Karotten aus der Konservendose fast zehnfach höher. 

Wenig Fleisch

Eine "Berliner Vegetarierstudie" belegt, dass Vegetarier deutlich weniger kardiovaskuläre Risikofaktoren haben als Menschen, die zwar gesundheitsbewusst leben, aber nicht vegetarisch. Wer sich so ernährt   hat bessere Blutfettwerte, eine geringere Neigung zu Diabetes II und zu erhöhtem Blutdruck. Empfehlenswert ist ein Verzicht auf Wurst, stattdessen sollte mageres Fleisch und einmal die Woche fetter Seefisch auf den Tisch kommen.

Alkohol

Auch eine Reduktion der Alkoholzufuhr hat bereits einen blutdrucksenkenden Effekt – nicht nur durch die Verringerung leerer Kalorien, die das Bauchfettrisiko erhöhen, sondern tatsächlich auch durch die Gefäßwirksamkeit des Alkohols. Deshalb sollten Männer mit erhöhtem Blutdruck nicht mehr als 20 Gramm Alkohol am Tag trinken und Frauen nicht mehr als zehn Gramm.

Ernährung bei Wassereinlagerung für Venenkranke

Bei venös bedingten Wassereinlagerungen – die man an einem Spannungsgefühl im Unterschenkel erkennt - bietet sich ein Kartoffel- oder Reistag pro Woche zur Entlastung an, oder sogar eine mehrtägige Kartoffelkur. Der völlige Verzicht auf Natrium führt dazu, dass der Körper nicht nur kein Wasser bindet, sondern Wasser ausscheidet. Je nach Dauer und Ausmaß der Wassereinlagerungen bringen manche Patienten danach bis zu zwei oder drei Kilogramm weniger auf die Waage. Wer zu Wassereinlagerungen aufgrund von Venenproblemen neigt, sollte daher immer auf eine natriumarme Kost mit vegetarischer Tendenz umsteigen.


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