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Unterschiedliche Risikofaktoren Entstehung von Darmkrebs

In den häufigsten Fällen entstehen zuerst sogenannte Dickdarmadenome, die Geschwulste innerhalb des Dickdarms darstellen. Diese gutartigen Vorstufen können aber nach einiger Zeit und durch mehrere genetische Veränderungen zu bösartigen Tumoren werden.

Von: Max Tenschert

Stand: 25.11.2020

Schematischer Aufbau des Darms | Bild: picture-alliance/dpa

In 95 Prozent der Fälle handelt es sich bei Darmkrebserkrankungen um erworbene Mutationen, die mit der Zeit im Darm entstehen. Darüber hinaus stellen fünf Prozent der Darmkrebserkrankungen vererbte Erkrankungen dar, die durch genetische Vorbelastungen entstehen.

Klassische Risikofaktoren

Die Entstehung von Darmkrebs kann durch Übergewicht begünstigt werden. Darüber hinaus kann auch der Konsum von Alkohol und Tabak als Genussmittel sowie ein Mangel an Bewegung zur Entstehung von Darmkrebs beitragen.

Ernährung als Risikofaktor

Eine ballaststoffarme und fettreiche Ernährung kann ebenfalls die Entstehung von Darmkrebs begünstigen. Außerdem kann auch ein übermäßiger Konsum von Fleisch, insbesondere von "rotem" Fleisch, sowie eine kalorienreiche Ernährung die Entstehung von Darmkrebs beeinflussen.

Alter als Risikofaktor

Auch das Alter spielt bei Darmkrebserkrankungen eine Rolle. Demnach steigt ab dem 50. Lebensjahr das Darmkrebsrisiko deutlich an. "Zirka 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen treten bei PatientInnen ab dem 50. Lebensjahr auf", erklärt Dr. Florian Kühn. Aus diesem Grund übernehmen die Krankenkassen bei PatientInnen ab 50 die Vorsorgeuntersuchung. Dennoch kann Darmkrebs auch bei jüngeren PatientInnen auftreten.

Genetische Vorbelastung: Modellprojekt in Bayern

Das Modellprojekt FARKOR (Familiäres Risiko für das kolorektale Karzinom) bietet allen bayerischen BürgerInnen im Alter von 25 bis 49 Jahren die Möglichkeit, im Rahmen einer Familienanamnese das Darmkrebsrisiko innerhalb der Familie feststellen zu lassen. Wird ein Risiko festgestellt, so besteht im Anschluss auch die Möglichkeit zu einer Stuhlanalyse sowie einer Vorsorge-Darmspiegelung. Für die ProjektteilnehmerInnen entstehen in diesem Fall keine Kosten für die Untersuchungen.

Im Zuge des Projekts FARKOR wurden bereits über 14.000 Familienanamnesen in Bayern durchgeführt. Im Rahmen der Anamnesen konnte demnach bei 25,4 Prozent der ProjektteilnehmerInnen ein erhöhtes Darmkrebsrisiko durch genetische Vorbelastung festgestellt werden. Am Projekt nehmen zudem 550 bayerische ÄrztInnen verschiedener Fachrichtungen teil und betreuen die Teilnehmenden.

Bis März 2021 können interessierte BürgerInnen noch ihr genetisches Darmkrebsrisiko im Rahmen des Modellprojekts FARKOR untersuchen lassen. Das Projekt wird unter anderem von den bayerischen Krankenkassen, der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns sowie der Felix Burda Stiftung durchgeführt. Schirmherrin ist die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml. Weitere Informationen zu dem Projekt finden Sie hier.


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