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Ende der Anbindehaltung von Kühen Debatte um Anbindehaltung: Mehr als die Hälfte aller bayerischen Kühe angebunden

In Bayern ist die Anbindehaltung von Kühen noch üblich. Nur lange Übergangsfristen könnten den kleineren Anbinde-Betrieben das Überleben sichern, warnt der Bayerische Bauernverband. Der BBV räumt aber ein, dass die Anbindehaltung keine Zukunft hat.

Von: Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 18.01.2019

Im Laufstall hat jede Milchkuh rechnerisch rund neun Quadratmeter Platz zwischen Futtertrog, Liegeplatz und Melkstand. Im Anbindestall muss sich die Milchkuh mit gerade mal gut zwei Quadratmetern begnügen und das ganzjährig festgebunden an einem Platz, wenn im Sommer kein Weidegang möglich ist.

Bauernverband sieht kleinbäuerliche Betriebe in Gefahr

Der Tierschutzbund kämpft deshalb für ein Ende dieser Haltungsform. Auch der Molkereiverband milch.bayern wünscht sich, dass es bis 2030 keine ganzjährige Anbindehaltung mehr gibt. Im Freistaat stoßen die Forderungen nach einem baldigen Ende der Anbindehaltung auf den entschiedenen Widerstand des Bayerischen Bauernverbands (BBV).

"Verpflichtender Weidegang ist nicht überall möglich."

Markus Peters, Sprecher des Bayerischen Bauernverbands, BBV

Einem Landwirt mit 30 Kühen könne nicht zugemutet werden, mehrere hunderttausend Euro in einen modernen Laufstall zu investieren, heißt es von Seiten des Bauernverbandes. Auch wünschten sich die Verbraucher eine kleinteilige bäuerliche Landwirtschaft. Deshalb, so der BBV, dürfe man diese nicht auch noch mit Ausstiegsfristen für die Anbindehaltung aus dem Markt drängen. Langfristig habe die Anbindehaltung aber auch in Bayern keine Zukunft, räumt der Bauernverband ein.

Wie halten es die anderen mit der Anbindehaltung?

  • Norddeutsche Bauern etwa können die hitzige Diskussion um die Anbindehaltung in den bayerischen Kuhställen kaum verstehen. Allerdings halten sie im Schnitt deutlich mehr Kühe als bayerische Betriebe. Da rentiert sich der Bau eines modernen Laufstalles, in dem sich die Kühe frei bewegen können.
  • In Österreich ist die ganzjährige Anbindehaltung von Kühen seit 2012 verboten. An mindestens 90 Tagen im Jahr müssen sich die Tiere frei bewegen können. Es gibt aber Ausnahmen und Übergangsfristen.
  • Auch in Bayern ist heute schon jeder neue und vom Staat geförderte Stall ein Laufstall.

Anbindehaltung in Bayern

Nach den Zahlen des bayerischen Landwirtschaftsministerium sind bei 60 Prozent aller Betriebe die Milchkühe angebunden. Von diesen gut 19.000 Anbindebetrieben treiben nur rund 4.000 ihre Kühe im Sommer auf die Weiden.


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