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Darm und Seele Einfluss der Psyche auf Reizdarm

Reizdarm-Patienten neigen zu bestimmten psychischen Krankheiten wie Depressionen und Angststörungen.

Von: Uli Hesse

Stand: 09.07.2019

Symbolbild für Stress: Frau verkrampft ihre Hände. | Bild: picture-alliance/dpa

Reizdarm-Patienten leiden sehr unter ihren Beschwerden und fühlen sich in ihrer Lebensqualität stark beeinträchtigt – zum Teil stärker als Menschen mit solch schwerwiegenden Erkrankungen wie Niereninsuffizienz oder Diabetes Mellitus Typ 2. Eine psychische Komorbidität wie Depressionen und Angststörungen sollte diagnostiziert und gezielt behandelt werden.

Psyche und Reizdarm

Je nach Studie schätzt man, dass 20 bis 50 Prozent aller Reizdarm-Patienten an einer Depression oder Angststörung leiden. Das bedeutet auch, dass Depressive oder Angst-Patienten eher über die Beschwerden eines Reizdarms klagen.

Ein eindeutiger kausaler Zusammenhang mit dem Stress konnte nicht belegt werden. Jedoch konnten einige Studien zeigen, dass sich die Prognose für den Reizdarm bei anhaltendem Lebensstress verschlechtert. Warum das so ist, weiß man nicht.

Ganzheitliche Behandlung

Psychologische Unterstützung als Teil der Behandlung ist notwendig, weil sich die Mehrheit der Patienten beträchtlich in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt fühlt. Das kann von Elementen der Gesprächstherapie beim Hausarzt bis hin zur psychiatrischen Behandlung reichen, falls eine Depression oder Angststörung diagnostiziert wurde.

"Wenn Reizdarmpatienten über ihre Beschwerden berichten, sprechen sie ausführlicher über ihre Empfindungen als die Normalbevölkerung. Aber es gibt keinen Beschwerdetyp bei dem ich automatisch eine Komorbidität wie Depression oder Angststörung erwarte."

Dr. Helga Török


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