Bayern 2


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Hasch, Heroin, Kokain Drogen werden immer intensiver

Ein Joint zu Hippie-Zeiten war meist viel harmloser, als das Gras oder Hasch, das heute konsumiert wird. Auch in anderen Rauschmitteln hat sich der Wirkstoffgehalt verändert. Woran liegt das und welche neuen Probleme kann das mit sich bringen?

Von: Birgit Magiera

Stand: 28.01.2020

ARCHIV - 03.03.2016, Hessen, Frankfurt/Main: Ein Drogensüchtiger spritzt sich in einem Druckraum einen Schuss Heroin in den Unterarm. (zu dpa «Drogentote in Hessen und Rheinland-Pfalz») Foto: Boris Roessler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Boris Roessler

Kokain ist stärker geworden. In den vergangenen neun Jahren hat sich der durchschnittliche Wirkstoffgehalt von Kokain im Straßenhandel fast verdoppelt. Auch der Reinheitsgrad beim Heroin ist sehr viel höher als vor ein paar Jahren. Grund ist die Konkurrenz durch andere harte und billigere Rauschmittel, die "Neuen Psychoaktiven Substanzen", kurz NPS, also synthetische Drogen, die übers Internet vertrieben werden, als sogenannte Badesalze oder Räuchermischungen.

Gefahren durch psychoaktiver Substanzen

Formal waren diese Stoffe nicht illegal, bis der Gesetzgeber mit der Verabschiedung des Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz nachgebessert hat. Teilweise mit Erfolg: Die Zahl der Toten nach NPS-Konsum ist innerhalb von wenigen Jahren von fast 100 auf 25 gesunken, die Gefahr psychoaktiver Substanzen ist aber nicht gebannt:

"Durch die Gesetzesänderung entstehen da immer wieder neue Substanzen auf den Markt. ie sind mittlerweile so stark, dass die Leute dran ziehen, ein-zweimal und umfallen und bewusstlos sind. Teilweise bis hin zum Atemstillstand."

condrobs-Berater Olaf Ostermann

Billig und heftig

Die Hersteller werben damit, dass man – je nachdem – die Wirkung von LSD, Kokain, Marihuana oder Amphetaminen haben könne, aber eben billiger und durchschlagender. Und damit schädlicher, so condrobs-Berater Olaf Ostermann. Die Drogen aus dem Labor seien mit den etablierten Rauschmitteln kaum mehr vergleichbar. Gerade auch beim synthetischen Cannabis-Ersatz.

"Die ähnliche Wirkung ist schon lange weg, die sind viel viel stärker als ein hochgezüchtetes Cannabinoid und meiner Meinung auch viel gefährlicher als jede Hanfpflanze."

Oliver Pogarell, Suchtmediziner

Auch weil die Käuferinnen und Käufer gar nicht wissen, was genau sie da per Post bekommen und in welcher Intensität. Die Unberechenbarkeit ist die Gefahr.


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