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Urlaub im Corona-Sommer Drei Tipps für Ihre Reise ins Ausland

Sind Sie urlaubsreif? Nach den Corona-Beschränkungen wollen viele jetzt unbedingt mal etwas anderes sehen und erleben. Die Verbraucherzentrale Bayern gibt Tipps zur Urlaubsvorbereitung im Corona-Sommer.

Stand: 29.06.2020

Corona-Masken mit Urlaubsmotiven | Bild: picture-alliance/dpa

Urlaub in Deutschland, in Europa oder eine Fernreise? Mit dem Flugzeug oder mit dem Auto? Nicht einfach, alles abzuwägen in diesem Sommer. In unserem Podcast "Tagesticket" gibt Julia Zeller von der Verbraucherzentrale Bayern drei Tipps, die Sie vor der Abreise unbedingt beachten sollten:

Beim Auswärtigen Amt informieren

"Wichtig ist es, sich im Vorfeld beim Auswärtigen Amt zu informieren, ob eine Reisewarnung besteht, ob die Lage vor Ort sicher ist und ob das Gesundheitssystem ausreichend ist," rät Julia Zeller von der Verbraucherzentrale. Aktuell (29.6.) zum Beispiel rät das Auswärtige Amt von touristischen Reisen in Länder außerhalb Europas ab. Zu jedem Land gibt es detaillierte Reisehinweise.

Reisewarnungen sollte man beachten: Eine Wiederholung der großen Rückholaktion ab Mitte März werde es so schnell nicht geben, auch nicht bei einer zweiten großen Corona-Welle, hat Außenminister Maas mehrfach betont. Unter anderem deswegen gilt auch die Reisewarnung für alle Länder außerhalb Europas zunächst einmal weiter.

Hat man sich für einen Urlaubsort entschieden, rät Julia Zeller von der Verbraucherzentrale, sich sicherheitshalber zu informieren, wo sich vor Ort die nächste Botschaft befindet und wo das nächste Krankenhaus.

Hinweis für Familien:

Nach den Pfingstferien durften in Bayern nur die Kinder gleich wieder in die Schule, deren Eltern versicherten, nicht in einem "Risikoland" gewesen zu sein. Das bayerische Kultusministerium meldet: "Ob derartige Nachweise (auch nach den Sommerferien, Anm. d. Red.) erforderlich sein werden, ist vom internationalen Infektionsgeschehen abhängig und ist von den zuständigen Gesundheitsbehören festzulegen."

Krankenversicherung checken

An den Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes orientieren sich auch manche Reiseversicherer. Es könne sein, "dass Sie bei Vorliegen einer Reisewarnung im Ausland keine Krankenversicherung haben – selbst, wenn Sie eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen haben. Diese Versicherung ist gerade bei Reisen in Nicht-EU-Länder sinnvoll. Doch manche Versicherer schließen die Leistung aus, wenn eine Reisewarnung vorliegt," warnt die Verbraucherzentrale Bayern. Dazu kommt: Manche Versicherer leisten nichts im Fall von Pandemien. Wer dann im Nicht EU-Ausland an Corona erkrankt, bekommt keine Hilfe aus seiner Versicherung, wenn ein solcher Leistungsausschluss enthalten ist.

Anders ist das bei Reisen in ein EU-Land. Dann trägt die gesetzliche Krankenversicherung weitgehend die Kosten notwendiger ärztlicher Behandlungen. Voraussetzung ist, dass mit dem Staat ein entsprechendes Sozialversicherungsabkommen besteht. Erfragen kann man das bei seiner jeweiligen Krankenkasse.

Achtung: Ein Krankenrückstransport aus dem Ausland wird von den gesetzlichen Krankenkassen meist nicht erstattet. Auch deshalb empfiehlt das Auswärtige Amt, Auslands-Krankenversicherungen abzuschließen und auf die Rückholversicherung zu achten.

Infektionsgeschehen beobachten

Was, wenn es nach meiner Buchung eine Reisewarnung gibt? "Es kommt drauf an, wie man gebucht hat," sagt Julia Zeller von der Verbraucherzentrale Bayern. "Wenn ich eine Pauschalreise gebucht habe, und es kommt tatsächlich wieder eine neue Reisewarnung, dann habe ich gute Chancen, dass ich meine Reise kostenfrei stornieren kann. Habe ich mein Hotel selbst gebucht, kommt es auf die jeweiligen Umstände an: Liegt dieses Hotel zum Beispiel in einer Quarantänezone, dann muss ich mein Hotel nicht bezahlen. Kann ich aber zum Beispiel wegen einer eigenen Erkrankung nicht in das Hotel fahren, bleibe ich wohl auf den Kosten sitzen."

Wichtig ist es daher, auf kurze Storno-Fristen zu achten. Fragen Sie nach, wenn dazu nichts in den Unterlagen steht. Viele Hotels sind derzeit sehr kulant.

Wenn Sie bereits am Urlaubsort sind und dort ein plötzlicher Hotspot entsteht, sodass Gefahr für Leib und Leben besteht, liegen laut Verbraucherzentrale Bayern "außergewöhnliche, unvermeidbare Umstände (höhere Gewalt) vor, die Sie berechtigen, den Reisevertrag zu kündigen." Sie erhalten dann für nicht genutzte Leistungen das Geld zurück.


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