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Gespräch, Untersuchung, Beratung Was passiert beim Check-up 35?

Was in der Hausarztpraxis den gesetzlich Versicherten als Check-up-Leistung angeboten werden kann, ist als grundsätzliche Leistung genau vorgeschrieben, nämlich Gespräch, Untersuchung und Beratung.

Von: Sabine März-Lerch

Stand: 26.11.2018

Instrumente eines Hausartzes: Blutdruckmessgerät und Stethoskop. | Bild: picture-alliance/dpa

In einem ausführlichen Eingangs-Gespräch mit dem Patienten (Anamnese) geht es um seine Vorerkrankungen, um Krankheiten von Familienmitgliedern, um mögliche aktuelle Beschwerden und seine Lebenssituation. Größe, Gewicht und Impfstatus sind genauso Thema wie Stressbelastung, sportliche Aktivität oder Trinkgewohnheiten.

Eingehende Untersuchung

Die anschließende eingehende Untersuchung besteht aus verschiedenen Elementen:

  • vollständige körperliche Untersuchung (Ganzkörperstatus) –          Augenmerk auf Herz, Lunge, Kopf, Hals, Bauch, Wirbelsäule, Bewegungsapparat, Nervensystem und Sinnesorganen
  • Blutuntersuchungen (Gesamtcholesterin und Blutzuckerwerte) – Augenmerk z.B. auf Diabetes und auf Schlaganfall
  • Urinuntersuchungen (Eiweiß, Glukose, rote und weiße Blutkörperchen, Nitrit) – Augenmerk auf Nieren- und Blasenerkrankungen
  • Blutdruckmessungen – Augenmerk auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Abschließende Beratung

In der abschließenden Beratung informieren Arzt und Ärztin die Patienten über deren individuelles Risikoprofil, über eventuelle weitergehende Untersuchungen oder Lebensstiländerungen.

Präventionsempfehlung

Seit 2017 kann der Arzt oder die Ärztin auch eine Präventionsempfehlung auf der Grundlage der GU abgeben. Eine ärztliche Bescheinigung dazu soll es den Patienten leichter machen, entsprechende Präventionsmaßnahmen bei den Krankenkassen zu beantragen.

Allgemeine gesetzliche Grundlagen der Gesundheitsuntersuchung

Wie für alle anderen medizinischen Leistungen, die gesetzlich Versicherte beanspruchen können, erarbeitet der "Gemeinsame Bundesausschuss G-BA" auch für die Leistungen zur Früherkennung verbindliche Vorschriften. Dieses Organ ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte, Zahnärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland. Für die Leistungen zur Früherkennung ist die Grundlage das Präventionsgesetz vom 25. Juli 2015. Mit einem Beschluss vom 19. Juli 2018 aktualisierte der G-BA seine Gesundheitsuntersuchungs-Richtlinie mit den oben genannten Neuerungen. Der Beschluss ist am 25.10.2018 in Kraft getreten. Anschließend hat ein Bewertungsausschuss, der die ärztliche Vergütung regelt, sechs Monate Zeit, diese festzulegen. Erst dann werden die Änderungen auch in der Praxis wirksam – frühestens also Ende April 2019.

Quelle: Informationen des Gemeinsamen Bundesausschusses                  www.G-BA.de/Informationen/beschluesse/3427/


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