Bayern 2


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Bayern 2 präsentiert Dialektig Mundartfestival

Heimatsound in Ingolstadt. Das Mundartfestival Dialektig präsentiert viele bekannten Vertreter: wie Attwenger, Pam Pam Ida, Alma, Norbert Schneider oder den Nino aus Wien.

Von: Bernhard Jugel

Stand: 03.11.2021 | Archiv

Die Band in einer Studiowüste mit diversen Gerätschaften | Bild: Maria Bayer

Austropop 2.0 und Mundart-Rap

Wann immer in den letzten Jahren von Heimatsound die Rede ist, verweisen österreichische Musiker gern darauf, dass es Heimatsound in ihrem Land schon lange gab. Austropop hießen seit den 70er Jahren Dialektlieder in damals angesagten Pop- und Rockarrangements. Auch Norbert Schneider hat sicher ein paar Austropop-Klassiker von Georg Danzer im Programm – schließlich hat er 2016 ein ganzes Album mit Danzer-Songs aufgenommen. Aber zum Auftakt des Dialektig-Festivals am 29. November wird er vor allem eigene Songs aus seinem letzten Album „So wie’s is“ spielen – da trifft dann Blues auf Soul und Rock’n’Roll. Auch der Nino aus Wien (16.12.) ist großer Austropop-Fan und hat auch immer ein paar Songs in petto. In Konzerten mit seiner Band widmet er sich aber vorwiegend einer zeitgemäßen Form des Wienerlieds voller Poesie und schräger Metaphern – man nennt ihn schließlich nicht ohne Grund den „Bob Dylan vom Praterstern“.

Eher von Dadaisten wie Hugo Ball und Tristan Tzara beeinflusst sind dagegen die lautmalerischen Dialekt-Texte des Duos Attwenger (2.12.). Ihre von tanzbaren Beats und verzerrtem Akkordeon geprägten Songs haben Rap und Mundart zusammengeführt und spielen oft mit gleichlautenden oder gleich geschriebenen Begriffen im österreichischen Dialekt und im englischen, zum Beispiel beim Titel ihres letzten Albums: „Drum“.

Folklore und Volksimpro

Vom Jodeln, vom Volkslied und vom Volkstanz kommt die vorwiegend weiblich besetzte Wiener Band Alma (17.12.) Konzertreisen in zahlreiche Länder haben ihre Musik auch für andere Traditionen durchlässig gemacht, eine gewisse Affinität zur Klassik – neben Ziehharmonika und Kontrabass prägen drei Geigen den Sound – sorgt für Musizieren auf höchstem Niveau, bei dem jeder Ton mit Respekt gesetzt wird.

Statt Geigen geben vor allem Blasinstrumente den Ton an, wenn Maxi Pongratz, Micha Acher & Verstärkung (1.12.) ihre „Musik für Flugräder“ präsentieren – eine wunderbar luftige und berührend melancholische Instrumentalmusik, gewidmet dem „Ikarus vom Laubertal“ Gustav Mesmer, dessen Fluggeräte höchst originelle Kunstwerke waren – sie waren allerdings allesamt fluguntauglich! Solch absurde Geschichten erzählt – nein: improvisiert! – auch das Fastfood Theater (5.12.) das in seiner „Bayerischen Volksimpro“ die bayerische Lebensart von Kroetz bis Komödienstadl, von Gstanzl bis Bauernschwank, von Laptop bis Lederhose auf die Schippe nimmt.

Breitwandpop und Weihnachtsflair

Pam Pam Ida – Sänger Andres Eckert wurde schon mit David Bowie und Freddy Mercury verglichen und er hat tatsächlich mit beiden vieles gemeinsam: den mit viel Emotion aufgeladenen Gesang und eine einfache, aber höchst wirkungsvolle Bühnengestik. Und dazu noch ein Faible für Songs, die manchmal zu Rockopern werden. Kein Wunder, das zur Unterstützung seiner Band oft noch ein Streichquartett auf der Bühne sitzt. Wenn Pam Pam Ida & das Silberfischorchester auftreten (3.12.), dann ist Breitwandpop angesagt. Wenn dagegen Die Leonhardsberger und Schmid Show (10.12.) über die Bühne wirbelt, gibt es Musikkabarett vom Feinsten, geniale Parodien bekannter Pop-Hits und peinliche Momente dem Leben des oberösterreichischen Entertainers oder des Augsburger Musikers. Festlich wird’s dann zum Ausklang des Dialektig-Festivals. Der Tölzer Knabenchor und seine Solisten (19.12.) präsentieren „Die Weihnachtsgeschichte“ von Carl Orff und ausgesuchte alpenländische Weihnachtlieder. 


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