Bayern 2


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Bayern 2 präsentiert Dialektig

Ein Festival für Mundart - das Festival Dialektig in Ingolstadt. Künstler aus dem alpenländischen Raum werden über einen Monat lang auf zwei Bühnen auftreten, darunter Wolfgang Ambros, Hans Söllner, Kofelgschroa und Claudia Koreck.

Von: Bernhard Jugel

Stand: 03.05.2018

Offizielles Logo | Bild: Dialektig

11 Dezember

Dienstag, 11. Dezember 2018

FÄLLT AUS! Krankheitsbedingt muss dieses Konzert leider abgesagt werden - Ernst Molden (Ingolstadt, Neue Welt)

Der Heimatsound-Trend hat auch dem Dialekt wieder Auftrieb verschafft. Gerade im Alpenländischen Raum singen in den letzten Jahren immer mehr Bands und Liedermacher so, wie ihnen der Schnabel gewachsen ist. Und machen damit den Dialekt auch auf Konzertbühnen wieder salonfähig. Das von der Stadt Ingolstadt ausgerichtete Mundartfestival "Dialektig" gewährt Einblicke in diese sehr lebendige Szene und präsentiert neben viel Prominenz auch einige weniger bekannte Musiker.

Witzige Wortspielereien statt Postkarten-Bayern

Mathias Kellner

Diese treten in der Neuen Welt auf, Ingolstadts erster Kleinkunstbühne. Eröffnen wird das Festival Mathias Kellner, der Niederbayer mit Bärenstatur und Bärenstimme, der mit Liedern aus seinem aktuellen Album "Tanzcafé Memory" eine Zeitreise in seine Kindheit antreten wird. Noch ganz neu in der Szene ist der gebürtige Tegernseer "Da Oimara" Beni Hafner, der seine Lieder nicht aufschreibt, sondern sie allesamt im Kopf hat und der eine so famose Blues- und Folkgitarre spielt, das als Kommentar eigentlich eine seiner Liedzeilen vollauf genügt: "Leck mi am Oasch, tuat des guad!".

Ein musikalischer Botschafter Südtirols ist Dominik Plangger, der auf der Bühne bruchlos zwischen seinem Heimatdialekt, Italienisch, Englisch und Deutsch wechselt. Er wird die besten Lieder der letzten 10 Jahre im Gepäck haben, die er gerade für sein aktuelles Album "decennium" neu aufgenommen hat. Das Trio Ciao Weiß-Blau macht mit seinem "zwischen Spider Murphy Gang und Gerhard Polt" angesiedelten Musikkabarett dem eigenen Namen alle Ehre, wenn es sich dem artifiziellen Postkarten-Bayern und einer nassforschen Mia-san-mia-Mentalität mit grandiosem Musik- und Sprachwitz gründlich verweigern.

Eher introvertiert, poetisch und durch ein mehr hintergründiges Humorverständnis geprägt sind dagegen die Lieder des durch den Münchner Tatort ("Carlo Menzinger") bekannten Schauspielers und Liedermacher Michael Fitz, der auf der Bühne auch als Geschichtenerzähler brilliert. Ebenfalls ein Liedermacher der vorwiegend zurückhaltenden Art ist der Österreicher Thomas Andreas Beck. Sein aktuelles Album "Stille führt" hat er im Wald aufgenommen, bei seinen Live-Auftritten kann er bei emotional aufrüttelnden Themen aber schon mal explodieren.

Ernst Molden & das Frauenorchester

Der aus Eggenfelden stammende Stefan Wählt war jahrelang als Kabarettist unterwegs, hat sich aber inzwischen auf seine musikalischen Wurzeln besonnen. Kein Wunder, dass die bodenständig rockenden Lieder von Stefan Wählt's i-Bänd mit witzigen Wortspielereien durchsetzt sind. Das um einiges prominentere österreichische Pendant zu Stefan Wählt ist der Wiener Ernst Molden, den sein Kollege Willi Resetarits gern als den "besten Singer-Songwriter auf Gottes Erden" ankündigt. Molden hat sich neuerdings mit drei der interessantesten Musikerinnen Österreichs umgeben macht mit seinem ein klein bisschen hochstapelnd benannten Projekt Ernst Molden & das Frauenorchester auch in Ingolstatdt Station.

Hans Söllner schaut dem Volk aufs Maul

Hans Söllner

Die Prominenz des Festivals Dialektig wird in der großen Halle des Kulturzentrums neun auftreten. Der Auftakt dort ist ein Soloauftritt von Hans Söllner, der nach wie vor dem Volk aufs Maul schaut und den Mächtigen die Leviten liest. In den Liedern seines brandneuen Albums "Genug" nimmt er wie gewohnt kein Blatt vor den Mund und sagt sehr deutlich und direkt, was er meint mit Zeilen wie: "Du Scheiß-Rassist schau dass di schleichst, des is mei Heimat und ned dei Reich."  

Auch ein Doppelkonzert gibt es beim der Konzertreihe Dialektig in Inolstadt. Da trifft an einem Abend eine halbe Blaskapelle auf zeitgenössischen Austropop. Das Oberammergauer Quartett Kofelgschroa hat vor kurzem die Frauenquote auf 50 Prozent hochgeschraubt und kommt derzeit mit einer Tubaspielerin und einer singenden Bratschistin auf die Bühne. Bei der Grazer Band Granada ist genau wie bei den Oberammergauern das Akkordeon ein Hauptinstrument, aber ihr Sound ist eher eine Art Neo-Austropop und in Österreich hitparadentauglich.   

Auch eine Ikone des Austropop wird in Ingolstadt vorbeischauen. Wolfgang Ambros ist seit einem Jahrzehnt mit reduzierter Besetzung auf der Bühne. Für seine fünfte Tournee unter dem Motto "Ambros pur!" stehen ihm Keyboarder Günter Dzikowski und Multiinstrumentalist Robert Vogel zur Seite und spielen sich mit ihm durch ein "Best Of"-Programm aus den vergangenen fünf Jahrzehnten. "Schifoan", in Österreich einer der Sommerhits des Jahres 2018, wird da wohl auch dabei sein.

Claudia Koreck präsentiert in Ingolstadt erstmals Lieder aus ihrem 2018 erscheinenden Weihnachtsalbum. Mit ihrer neu zusammengestellten Band wird sie  neben selbst geschriebenen Weihnachts- und Winterliedern auch viele weitere Songs aus den letzten zwölf Jahren spielen.

Ticketinfo

Tickets für ausgewählte Termine dieses Festivals gibt es bei BRticket
Telefon: 0800/59 00 594 (gebührenfrei)


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