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Diabetischer Fuß Eine neurologische Störung

Beim diabetischen Fuß führt die Zuckerkrankheit (Diabetes) zu einer Schädigung vieler großer und zahlreicher kleiner, peripherer Nerven (Polyneuropathie) und der großen und kleinen Blutgefäße (Makro- und Mikroangiopathie). Ursache ist eine Einlagerung bestimmter Stoffwechselprodukte im Nervengewebe.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 21.11.2017

Behandlung eines diabetischen Fußes durch einen Hautarzt | Bild: picture-alliance/dpa

Unerkannte Schädigungen

Weil sowohl Blutgefäße als auch Nerven beim diabetischen Fuß geschädigt sind, kann ein Patient kleinere Verletzungen nicht wahrnehmen. Offene Wunden werden bei diesen Patienten gar nicht oder zu spät wahrgenommen und heilen außerdem schlechter und langsamer.

"Als Gesunder bemerkt man in der Regel rasch, wenn man sich einen kleinen Kratzer oder eine Blase am Fuß geholt hat. Daraufhin schont man die Stelle, klebt eventuell ein Pflaster drauf und belastet sie weniger. Viele Diabetiker jedoch spüren so kleine Verletzungen gar nicht, denn ihre Nerven sind geschädigt. Also treten sie weiter auf der Verletzung herum, und machen gegebenenfalls aus der kleinen eine große Wunde."

Dr. med. Andreas Toepfer, Oberarzt am Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, Schön Klinik München Harlaching

Knochen bricht ein

Derzeit forschen Wissenschaftler, warum beim diabetischen Fuß durch die Polyneuropathie ab einem gewissen Stadium auch der Knochen geschädigt werden kann (Charcot-Fuß), denn manchmal bricht dieser tatsächlich ein und verliert seine stabilisierende Funktion. Daraus entstehen dann eventuell erhebliche Fehlstellungen, oft verbunden mit offenen, infizierten Wunden (Ulcus).

Therapie

Das Krankheitsbild des diabetischen Fußes ist sehr komplex und sollte idealerweise interdisziplinär behandelt werden: Beteiligt sind neben einem erfahrenen Fußchirurgen in der Regel auch ein Diabetologe (Internist), Neurologe, Angiologe (Gefäßspezialist) und ein Orthopädietechniker.


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