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Typ-1-Diabetes: Therapie Ohne Insulin geht nichts

Bekommen neu diagnostizierte Typ-1-Diabetiker eine passende Therapie, dann normalisiert sich der Blutzucker. Die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse erholen sich sogar vorübergehend und produzieren wieder vermehrt eigenständig Insulin – allerdings ist diese Erholung nur von kurzer Dauer. Nach ein bis zwei Jahren verebbt die Insulinproduktion meist endgültig.

Von: Moritz Pompl

Stand: 15.01.2018

Man spritzt sich Insulin in den Bauch. | Bild: picture-alliance/dpa

Entsprechend ist der Körper spätestens dann endgültig auf künstlich zugeführtes, gentechnisch hergestelltes Insulin angewiesen. Und weil Insulin im Magen-Darm-Trakt abgebaut wird, muss es gespritzt werden. Als Ort für die Injektion eignet sich zum Beispiel das Unterhautfettgewebe am Bauch, von wo aus das Insulin dann resorbiert wird.

„Konventionelle“ und „intensivierte“ Therapie

Insulinmenge und Anzahl der Injektionen richten sich nach dem Blutzucker (den die Patienten regelmäßig über einen Blutstropfen aus der Fingerspitze bestimmen müssen) und den Mahlzeiten. Es gibt unterschiedliche Therapiemöglichkeiten: Bei der „konventionellen“ Insulintherapie spritzt sich der Patient zweimal täglich - zum Frühstück und zum Abendessen - , und zwar mit einer Mischung aus normalem Insulin und einem Verzögerungsinsulin, das langsamer abgebaut wird und damit länger vorhält. Die Mahlzeiten müssen zu relativ festen Zeiten eingenommen werden und von der Menge an Kohlenhydraten auf die Insulinmenge abgestimmt sein.
Flexibler ist die „intensivierte“ Insulintherapie: Der Patient spritzt sich ein bis zweimal täglich mit einem Verzögerungsinsulin, und zusätzlich jeweils vor den Mahlzeiten mit einem schnell wirksamen Insulin. Dadurch ist er wesentlich flexibler, was die Mahlzeiten angeht. Allerdings muss er sich häufiger spritzen und den Blutzucker häufiger kontrollieren.
Auch die Therapie mit einer Insulinpumpe kommt in Frage: Der Patient trägt dabei eine kleine Pumpe am Körper und bekommt einen kleinen Katheter unter die Haut gepflanzt. Darüber wird Insulin in den Körper abgegeben.

Eine gute Schulung ist wichtig

Unabhängig von der Therapie müssen die Patienten ihre Ernährung genau im Blick haben und wissen, wie viel Insulin sie dem Körper je nach Mahlzeit zuführen müssen. Sinnvoll ist eine vollwertige Mischkost mit langkettigen Kohlenhydraten. Schnell resorbierbare Zucker (wie in Süßigkeiten) dagegen sollten die Patienten meiden, ebenso wie zu viel Eiweiß in der Nahrung. Das beansprucht die Nieren besonders, und die sind ohnehin schon vom hohen Blutzucker gestresst. Die Patienten müssen gut geschult werden, um zum Beispiel schnell zu erkennen, wenn sie Symptome einer Unterzuckerung entwickeln (etwa durch zu viel gespritztes Insulin). Da der Diabetes die Gefäße schädigt, sollten die Patienten auf andere Faktoren verzichten, die ebenfalls schlecht für die Arterien sind (vor allem Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen).


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