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Der Winter im Wandel Auswirkungen auf die Tierwelt

Das Klima wandelt sich. Gletscher schmelzen, der Meeresspiegel steigt, extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder Orkane und Tornados nehmen zu. In Deutschland haben sich die Klimazonen bis zu 100 Kilometer nach Norden verschoben. Der Frühling beginnt inzwischen um mehr als eine Woche früher als noch vor 20 Jahren. Das hat Auswirkungen auf die Vegetation. Und auch die Tierwelt reagiert. Längst versuchen Arten sich den Veränderungen - unter anderem den milderen Wintern - anzupassen.

Von: Chris Köhler, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 23.03.2017

Braunbär: Winter im Klimawandel - Auswirkungen auf die Tierwelt | Bild: picture alliance/Reiner Bernhardt

In ganz Deutschland wird es vor allem in den Wintermonaten immer wärmer. Regional steigen die Temperaturen je nach CO2-Ausstoß um bis zu vier Grad, in den Alpen sogar um bis zu fünf Grad, wie aus verschiedenen wissenschaftlichen Klima-Modell-Berechnungen hervorgeht. Zudem nimmt die winterliche Niederschlagsmenge insgesamt zu: in den Mittelgebirgen um bis zu 30 Prozent. Laut den Prognosen können sich künftig Schneekatastrophen - bedingt durch immer größere Luftdruckschwankungen - im Winter häufen, grundsätzlich wird Schnee in den Alpen aber zur Mangelware. Kurz: im Winter wird es immer wärmer und nasser.

Wie Tiere sich mit unterschiedlichen Strategien anpassen

Ein gutes Beispiel sind Weißstörche und Kraniche. Eigentlich Langstreckenzieher, die den Winter in wärmeren Gefilden verbringen. Doch viele machen sich nicht mehr auf den Weg, sondern überwintern hier. Stimmt die Nahrungsgrundlage, ist das für sie kein Problem. Und wird es zu kalt, machen sich die Vögel doch noch auf die Reise. Ihre Gewohnheiten in Sachen Winterquartier werfen zunehmend auch Mittel- und Kurzstreckenzieher über Bord; zum Beispiel Kiebitz, Wiesenpieper und Star.

Klingt also so, als gäbe es in Zeiten des sich wandelnden Winters nur gefiederte Gewinner. Dem ist aber nicht so. Für viele Arten ist das Tempo, in dem sich das Klima wandelt, sehr problematisch. Jedes Grad Temperaturanstieg hat Folgen im Wettrennen der Evolution.

Wer sich nicht schnell genug anpassen kann ...

... verschwindet von dieser Erde

In der Eiszeit waren die Winter kalt und trocken. Das Mammut zum Beispiel war daran angepasst mit einem Fell, das viel Wärme halten konnte. Nicht geeignet war das Fell aber offenbar bei Feuchtigkeit.

Als sich das Klima änderte und es feuchter wurde, hatten die Mammuts, so die Hypothese, ein Problem: sie waren durchnässt, durch die große Oberfläche kühlten sie aus. Auch ihre Größe dürfte ihnen zum Verhängnis geworden sein. Denn: kleinere Geschöpfe haben den Vorteil, das sie pro Zeiteinheit weniger Nahrung zu sich nehmen müssen. Weil sich die Mammuts also nicht schnell genug anpassen konnten, sind sie Opfer eines Klimawandels geworden.

Wie Arten entstehen oder verschwinden

In diesem Trickfilm mit frierenden und schwitzenden Schafen wird das deutlich.


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