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Rechtzeitig zum Arzt Der Weg zur Diagnose einer Herzinsuffizienz

Bei einem Verdacht auf eine Herzschwäche sollten Patienten keinesfalls zögern und umgehend einen Arzt aufsuchen. In erster Linie handelt es sich dabei um den Hausarzt, der die erste Reihe an Untersuchungen in die Wege leiten kann.

Von: Max Tenschert

Stand: 07.07.2020

Patient bei einer Ultraschall-Untersuchung am Herzen | Bild: picture-alliance/dpa

Im Rahmen der ersten Untersuchungen wird überprüft, ob das Hinzuziehen eines Kardiologen notwendig ist. In diesem Zusammenhang sollten die Hausärzte zuerst die Krankheitsgeschichte der Patienten sowie das genaue Ausmaß und den Typ der Beschwerden erfragen. Im Anschluss erfolgt in der Regel die Untersuchung des Patienten, die das Abhören von Herz und Lunge miteinschließt. Auch werden im Rahmen der Untersuchung die Beine auf Ödeme, also Wassereinlagerung an Knöchel und Unterschenkel, hin überprüft. Nach der körperlichen Untersuchung der Patienten wird zudem ein Elektrokardiogramm (EKG) geschrieben.

Wenn es durch die ersten Untersuchungen Auffälligkeiten in Bezug auf eine Herzinsuffizienz gibt, kann der Hausarzt zusätzlich einen Bluttest durchführen, um den Herzstresswert BNP zu überprüfen. Manche Hausärzte können den Test bereits in ihrer Praxis auswerten lassen.

"Bei diesem Vorgehen hat man somit innerhalb nur eines Tages bereits sehr wichtige Informationen gesammelt, die für beziehungsweise gegen das Vorliegen einer Herzschwäche sprechen."

Prof. Dr. Stefan Störk

Das entscheidende Kriterium bei der Diagnose einer Herzschwäche ist schließlich der Herzstresswert. Wenn dieser BNP-Wert niedrig ist, kann eine Herzschwäche in der Regel ausgeschlossen werden. Wenn der BNP-Wert hingegen erhöht ist, sollte unbedingt eine weiterführende Diagnostik eingeleitet werden.

Nächste Station: der Kardiologe

Wird im Rahmen des Bluttests ein leicht oder stark erhöhter Herzstresswert festgestellt, ist die Herzschwäche dennoch noch nicht bewiesen. Für die weiteren Untersuchungen ist daher das Hinzuziehen eines Kardiologen erforderlich.

Beim Kardiologen sollte in jedem Falle eine Herz-Echo-Untersuchung erfolgen. Mit dieser kann weiter überprüft werden, ob eine Herzschwäche bei dem jeweiligen Patienten vorliegt.

Kann durch die Echo-Untersuchung eine Herzschwäche festgestellt werden und handelt es sich dabei um den Erstbefund beim jeweiligen Patienten, so erfolgt in der Regel durch den Kardiologen eine Überweisung ins Krankenhaus zur weiteren Diagnostik. Es ist sehr wichtig, die Ursache der Herzinsuffizienz zu klären, damit möglichst gezielt behandelt werden kann. In der Klinik können dann sowohl invasive Untersuchungen wie Herzkatheter als auch eine spezielle Bildgebung wie Kernspin- 5 Untersuchungen durchgeführt werden. Für die Patienten erfordert das zumeist einen kurzen stationären Aufenthalt.

Manchmal liegt eine seltene Störung vor, die die Herzinsuffizienz hervorruft. Zu nennen sind hier vererbte Erkrankungen (Gen-Defekte) oder seltene Speichererkrankungen (z. B. Amyloidose). In diesen Fällen sind Spezialuntersuchungen (z. B. nuklearmedizinische Bildgebung oder genetische Testung und Beratung) an einem dafür geeigneten Zentrum erforderlich.


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