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Komplexes Gefüge Der Aufbau des Fußes

Füße bestehen aus insgesamt sechsundzwanzig Knochen und ca. dreißig Gelenken – das vergleichsweise komplexe Organsystem Fuß wird von Muskeln, Sehnen und Bändern zusammen gehalten. Funktioniert dieses Gefüge einwandfrei, verschwendet man in der Regel keinen Gedanken daran. Doch schon wer sich eine kleine Verletzung zuzieht, oder sich ungünstige Bewegungsabläufe angewöhnt, der kann Beschwerden bekommen.

Von: Beate Beheim-Schwarzbach

Stand: 22.07.2019

Barfußlaufen ist ein gutes Training für die Füße - im Bild: nackter Fuß auf einem Ball am Strand | Bild: colourbox.com

Ähnlich wie an den Händen werden auch die Fußknochen von dynamischen und statischen Stabilisatoren zusammengehalten, das heißt Muskeln, Sehnen, Gelenkkapseln und Bändern. Manche davon können wir willentlich ansteuern, andere nicht.

Dynamische Stabilisatoren

Zu den dynamischen Stabilisatoren, die man mit dem Willen beeinflussen kann, rechnen Mediziner sämtliche Muskeln mit den dazu gehörigen Sehnen, die an den unterschiedlichsten Punkten des Fußskeletts ansetzen und über die eine Bewegung ausgeführt oder eine Position gehalten werden kann.

Statische Stabilisatoren

Zu den nicht willentlich ansteuerbaren Stabilisatoren im Bereiche der Füße zählen zum Beispiel die Gelenkkapseln, die von Bändern verstärkt sind, auch sie halten das komplexe Konstrukt aufrecht und geben Signale an die zentralen Steuerungselemente weiter.

"Mit Hilfe dieser Signale weiß man zum Beispiel, ob die linke große Zehe gerade hoch gezogen ist oder nicht - selbst dann, wenn man seine Füße nicht im Blick hat. Dafür sind zahlreiche Sensoren verantwortlich, die ständig ein Feedback geben."

Dr. med. Andreas Toepfer, Oberarzt am Zentrum für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie, Schön Klinik München Harlaching

Komplexes System

Willentlich und unwillkürlich steuerbare Elemente sorgen dafür, dass die Füße bei jedem Stand und jedem Schritt ein Leben lang funktionieren, auch wenn wir im Alltag nicht ständig darüber nachdenken.

Barfußlaufen

Wer gesunde, stabile Füße hat, dem empfehlen Mediziner so oft wie möglich, zum Beispiel am Strand, barfuß zu laufen, denn dabei müssen die Muskeln zwischen den Fußknochen, die sog. intrinsische Muskelgruppen, sehr viel mehr arbeiten als in steifen Schuhen. Auf diese Weise kann man verhindern, dass diese Muskeln nachlassen und sich ein Ungleichgewicht zu den extrinischen Fußmuskeln, welche ihren Ursprung am Unterschenkel haben, ausbildet.

Fußbeschwerden

Hat man ausgeprägte Fußbeschwerden, ist man auf Einlagen oder sogar orthopädische Schuhe angewiesen, dann könnte sich der Fuß beim Barfußlaufen im Sand sogar verschlechtern und von einer milden Deformität in eine mittelgradige oder höhere übergehen.

"Das gilt auch für Kinder mit einem Knick-Senkfuß, der sich in der Regel bis zu einem gewissen Alter auswachsen sollte. Neigt ein Kind zum Beispiel aufgrund einer genetischen Veranlagung zu einem Knick-Senkfuß, so können bestimmte Übungen und orthopädische Hilfsmittel wie Einlagen dem entgegenwirken. Sportliche Aktivität ist auch für den kindlichen und jugendlichen Fuß positiv, um die aktiven Stabilisatoren zu kräftigen. Ist ein bestimmtes Maß an Fehlstellung jedoch überschritten, kann eine falsche, übermäßige Belastung dem Fuß zusätzlich schaden."

Dr. med. Andreas Toepfer

Fußprobleme

Die gängigsten Fußprobleme kann man nach der Stelle ihres Auftretens einteilen, also nach Vorfuß, Mittelfuß und Rückfuß mit Ferse. Viele Fehlstellungen wie zum Beispiel Deformitäten der Zehen bestehen nicht von Geburt an, sondern werden im Laufe des Lebens erworben.


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