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Hintergrund Depression

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Andere Therapieformen Psychotherapie bei Depressionen

Natürlich wäre es wünschenswert, wenn jedem Depressiven mit Psychotherapie geholfen werden könnte. Aber nicht jeder Betroffene ist bereit und in der Lage, sich dieser Form der Behandlung zu öffnen. Außerdem ist es für den Erfolg einer Psychotherapie ganz entscheidend, dass die richtige Art der Behandlung gewählt wird.

Von: Holger Kiesel

Stand: 04.04.2017

Depressionen: Junger Mensch setzt Fuß auf einen Stein im Wasser | Bild: picture-alliance/dpa

Psychotherapie ist nur bei einem bestimmten Grad der Depressivität wirksam einsetzbar. Ist die Depression zu stark ausgeprägt, kann der Betroffene mit dem Gesprächsangebot nicht umgehen. Ist sie dagegen zu leicht, gibt es für den Patienten oft keinen ausreichenden Ansporn zu einer engagierten Mitarbeit.

Was leistet Psychotherapie bei einer Depression?

Psychotherapie bei einer Depression muss den individuellen Bedürfnissen angepasst werden. So kann zum Beispiel in der Behandlung nach möglichen Ursachen geforscht werden. Dadurch können Betroffene auch lernen, belastende Situationen rechtzeitig zu erkennen, um sie dann entweder vermeiden oder besser mit ihnen umgehen zu können.

An eigenen Schwächen arbeiten

Zum Behandlungsprozess kann es auch gehören, den eigenen Anteil an seiner schwierigen Situation wahrzunehmen und sein Verhalten entsprechend zu verändern. Auch an problematischen Lebenshaltungen, die letztlich eine Depression begünstigen können, wie z.B. extremem Perfektionismus oder großer Abhängigkeit vom Lob und der Anerkennung anderer, kann in der Psychotherapie gearbeitet werden. So kann etwa herausgefunden werden, wo der Einzelne zu hohe Ansprüche an sich selbst hat, die ihn belasten oder wo er möglicherweise auch anderen zu viel abverlangt.

Auswege aus der akuten Depression

Ist ein Patient in einer akuten depressiven Phase, kann es in der Psychotherapie auch um konkrete Auswege gehen, damit er wieder mehr am Leben teilhaben und trotz seiner beschränkten Ressourcen wieder etwas leisten kann.

Sozialpädagogische Maßnahmen

Eine wichtige Säule der Behandlung neben der Psychotherapie sind sozialpädagogische Maßnahmen. Hierbei kann es beispielsweise um die Bewältigung entscheidender Lebensprobleme (z.B. Wohnungs- oder Jobsuche) gehen. So vermittelt diese Form der Unterstützung ganz praktisch Lebensmut und echte Perspektiven.

Den Schlaf wieder regulieren

Massiv gestörter Schlaf ist ein häufiges Symptom der Depression mit dem konkret gearbeitet werden kann und muss. Hier gilt die Devise: Das Bett ist nur zum Schlafen da – und nicht um sich über Schlaflosigkeit zu ärgern und die Symptome der Depression zu kultivieren.


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