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Medikamentöse Therapie Wann helfen Antidepressiva?

Antidepressiva helfen bei depressiven Symptomen im Prinzip immer. Besonders wirksam sind sie jedoch dann, wenn eine Depression nicht durch anhaltende schwierige Lebensumstände oder durch andere schwere Erkrankungen (Krebs etc.) verursacht wird.

Von: Holger Kiesel

Stand: 04.04.2017

Depressionen: Antidepressivum Zoloft | Bild: picture-alliance/dpa

Heutige Antidepressiva sind noch wirksamer als frühere Präparate und haben deutlich weniger Nebenwirkungen. Auch die Gefahr einer Überdosierung ist viel geringer geworden.

Antidepressiva machen nicht süchtig

Antidepressiva machen nicht abhängig! Mit dieser kleinen Einschränkung: Einige Präparate haben eine gewisse aktivitätssteigernde Wirkung, die manche Menschen als positiv und verführerisch empfinden.

Wie wirken Antidepressiva?

Moderne Antidepressiva (selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, auf Englisch abgekürzt SSRIs) machen die Botenstoffe im Gehirn, die für eine ausgeglichene Stimmung verantwortlich sind (vor allem Serotonin), länger verfügbar. Das heißt, sie verbleiben länger an den Rezeptoren im Gehirn und werden erst verzögert wieder von den Nervenzellen aufgenommen. Aber: Erst die in der Folge eintretenden Veränderungen innerhalb der Nervenzellen selbst erzeugen die eigentliche Wirkung. Deshalb dauert es auch einige Tage, bis diese sich einstellt.

Nebenwirkungen der SSRIs

Die Nebenwirkungen der SSRIs sind meist gering. Neben Schweißausbrüchen oder einer leichten Zittrigkeit kommt es bei Männern manchmal zu einer zeitweiligen erektilen Dysfunktion (Potenzstörung).

Medikamente wirken zweifach

Die Gabe von Medikamenten hat – gerade bei Depressionen – nicht nur einen pharmakologischen, sondern auch einen psychologischen Effekt. Schon die Verschreibung eines Antidepressivums kann eine gewisse heilende Wirkung haben.


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