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Demenz hinauszögern Die Chancen stehen gut

Mehrere Studien in den USA und Europa zeigen, dass die altersbezogene Demenzrate im Vergleich zu vor 20, 30 Jahren gesunken ist. Die Ursache ist möglicherweise, dass sich viele Menschen mittlerweile nicht mehr so ungesund verhalten. Allerdings sind die Risiko-Schutz-Faktoren nicht unumstritten und mehrere hängen eng zusammen.

Stand: 13.09.2018

Eine Prävention gegen Alzheimer kann Bewegung sein. Im Bild: 90-jährige Schwimmerin bei den Seniorenspielen 2009: Noel Morrow gewinnt nach 70 Jahren im selben Pool wieder eine Goldmedaille. | Bild: picture-alliance/dpa

Bildungsmöglichkeiten und Beruf

Wer sein Gehirn durch Bildung und geistige Herausforderungen im Beruf anregt, hat offensichtlich bessere Karten, als Menschen, die keine Chance hatten, gute Bildungsmöglichkeiten auszunutzen. Gezeigt hat sich: Im Alter haben Menschen mit geringerer Bildung im Schnitt größere Schwierigkeiten.

Positive Reize für das Gehirn

Das Gehirn reagiert vor allem bei den Tätigkeiten und Themen positiv, die spannend und interessant sind. Deswegen nützt es nichts, wenn alte Menschen verzweifelt Gehirnjogging machen oder Kreuzworträtsel lösen, obwohl es ihnen keinen Spaß macht.

Rauchen

Wer Jahrzehnte lang raucht, schädigt seine Gefäße. Das kann zu Demenz führen, da die Hirndurchblutung im Alter nicht mehr so gut ist und die Nährstoffe nicht mehr wie gebraucht transportiert werden können. Außerdem wird der Schutt in den Gefäßen nicht mehr abgeräumt.

Medizinische Faktoren

Bluthochdruck, Diabetes mellitus, Bewegungsmangel, Fettleibigkeit, Depression und Gicht - alles hängt eng miteinander zusammen und verdoppelt jeweils in etwa das Risiko, in einem bestimmten Alter dement zu werden. Doch es zeigt sich, wenn man einen Faktor in den Griff bekommt, dann zeigt das auch positive Auswirkungen auf die anderen.

Studien

Die meisten der großen Alzheimerstudien sind retrospektive (rückblickende), sogenannte Kohortenstudien. Dabei untersucht man z.B. den Zusammenhang zwischen Fettleibigkeit und körperlicher Faulheit und das über viele Jahrzehnte. Über den kurzfristigen Nutzen für den Einzelnen sagen sie wenig.

Gesundheitsprogramm

Positive Auswirkungen zeigen sich, wenn im Rahmen eines zusammengesetzten Programms von Gesundheitsmaßnahmen Patienten, Ärzte, Apotheker und das Krankenhaus in einer Region zusammenarbeiten. Denn dabei können die Menschen z.B. über die Alzheimer-Risiken informiert werden. Und sie können motiviert werden, sich mehr zu bewegen und sich vor den Volkskrankheiten zu schützen.

Fazit

Alte Menschen sind in der Regel nicht nur von vaskulären Hirnveränderungen betroffen, sondern auch von der Alzheimer-Krankheit. Deswegen lohnt es sich, im Einzelfall zu überlegen und auszuprobieren, was man mit einer symptomatischen Behandlung der Alzheimer Demenz erreichen kann.


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