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Federleicht und warm Daunen-Recycling: Aus dem Bett in die Jacke?

Daunenjacken waren früher Teil einer Expeditionsausrüstung, in den letzten zehn Jahren sind sie zum Modeartikel geworden. Die Nachfrage ist inzwischen so groß, dass Hersteller das Daunen-Recycling für sich entdecken.

Von: Ursula Klement, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 20.02.2019

Daunen und Federn | Bild: picture-alliance/dpa

Es liegt auf der Hand: Wer nachhaltig produzieren will, der bereitet gebrauchte Daunen wieder auf.  Doch auch da stellt sich die Frage: Wie wurden die Tiere gehalten wurden, von denen diese Daunen ursprünglich stammen?

Wurden Gänse oder Enten gequält?

Durchaus schmerzhaft fürs Federvieh: "Lebendrupf" (Archivbild)

Zertifizierte Quellen für Daunen haben in aller Regel das RDS- (Responsible Down Standard) oder das GTDS-Siegel (Global Traceable Down Standard). Beide Siegel gelten unter Fachleuten als zuverlässig. Die Enten und Gänse, von denen die RDS- und GTDS-Daunen stammen, werden nicht zwangsernährt für Stopflebern, und sie werden erst gerupft, wenn sie tot sind. Die Betriebe werden ungefähr einmal im Jahr unangemeldet kontrolliert. Beim noch strengeren GTDS-Siegel wird zusätzlich sichergestellt, dass auch die Elterntiere der Enten und Gänse nicht lebend gerupft werden. Das will der RDS-Standard in Zukunft auch gewährleisten; derzeit werden die Kriterien überarbeitet.

Außerdem soll es künftig auch verboten sein, den Tieren die Schnäbel zu kürzen. Das wird bisher bei Barbarie-Enten gemacht, weil diese im Stall leicht aggressiv werden.

Wie kann ich sicher sein, ob es sich um Recycling-Daunen handelt?

Für Recycling-Produkte gibt es einen Standard: den sogenannten Global Recycled Standard (GRS). Alle am Produktionsprozess beteiligten Unternehmen und Organisationen haben strenge Auflagen. Darüber hinaus werden sie jedes Jahr von unabhängigen Auditoren überprüft, die sich davon überzeugen, dass zum Beispiel nicht recycelte und neue Daunen vermischt werden.

Tipps für ein langes Daunen-Leben

Daunen und Federn sollten möglichst nicht feucht oder nass werden

Wer lange Freude an seinem kuscheligen Daunenschlafsack oder seiner Daunenjacke haben will, muss sorgsam mit den Daunen umgehen. Dann halten sie viele Jahre. Im Regen sollte niemand seine Daunenjacke tragen. Denn wenn Daunen feucht oder gar nass werden, ist die Jacke bald nicht mehr so schön fluffig wie gewohnt. Mit mangelnder Qualität hat das nichts zu tun. Auch häufiges Waschen schadet der Daunenjacke. Besser ist, sie regelmäßig zu lüften. Muss sie doch gewaschen werden, dann mit einem speziellen Daunenwaschmittel. Sonst gehen die Daunen bald kaputt.


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