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Kleines Geschenk Das kleinste Wohnhäuschen Bambergs

Die Schutzgemeinschaft Alt Bamberg hat ein Geschenk bekommen: Das kleinste Häuschen Bambergs, fast 300 Jahre alt und nur knapp drei Meter breit. Nun soll aus dem baufälligen Haus ein Schmuckstück werden. Die Spendenaktion dazu läuft.

Von: Susanne Roßbach

Stand: 23.03.2021

Das kleinste Wohnhaus Bambergs | Bild: BR-Susanne Roßbach

Das kleine hellrosa Häuschen steht auf dem Oberen Kaulberg. Es springt vorwitzig aus der Mauerflucht hervor. Eine kleine, steile Treppe führt hinauf in das einzige Zimmer. Die Decke ist sehr niedrig. Alle Verkleidungen an den Wänden wurden bereits heruntergenommen, um den Zustand des Gebäudes begutachten zu können.

"Wenn Sie sich hier umschauen, es ist auf jeden Fall viel zu tun. Die Wände sind schwarz von Ruß. Der Putz blättert ab, es sind auch einige arge Risse drin. Das Gebälk muss saniert und zum Teil leider auch ersetzt werden. Aber wir wollen es so behutsam wie möglich sanieren. Wir wollen möglichst viel erhalten von der Originalsubstanz. Das ist unsere Herausforderung für die nächsten Jahre."

Martin Lorber, Schutzgemeinschaft Alt Bamberg

Ohne Spenden keine Sanierung

Martin Lorber ist der 1. Vorsitzende des Vereins "Schutzgemeinschaft Alt Bamberg". Seit 1968 sind die Mitglieder darum bemüht, das Stadtbild Bambergs zu erhalten und zu pflegen. Das geschenkte Häusla ist für den Verein eine echte Herausforderung.

"Wir können das nur mit Spendenhilfe schaffen. Wir sind ein gemeinnütziger Verein, es ist also steuerlich abzugsfähig. Wir haben auch schon einige Spenden bekommen, sowohl Geldspenden, also auch Sachspenden und Zusagen von Handwerkern, die uns da selbst helfen wollen."

Martin Lorber, Schutzgemeinschaft Alt Bamberg

Paten gesucht – "vom Klappstuhl bis zum Dachstuhl"

Der Verein rechnet mit Kosten von um die 100.000 Euro. Die Crowdfunding-Aktion ist gut angelaufen. Unter dem Motto "Vom Klappstuhl bis zum Dachstuhl" werden Paten für die einzelnen Schritte der Sanierung gesucht. Knapp die Hälfte des Betrages ist schon zusammengekommen. So hat ein Spender aus dem Landkreis die Sanierung des Dachstuhls übernommen, ein anderer kümmert sich um das Fachwerk. Eine Firma für Sanitär und Heizung sorgt für die Wasseranschlüsse, eine Schreinerei übernimmt die halbhohe Holzvertäfelung im Wohnraum, und ein Bettengeschäft stiftete ein platzsparendes Futon-Bett. So soll nach und nach ein besonderes Zuhause entstehen. Der Verein möchte es als Stipendienhäuschen für Studierende der Denkmalpflege in Bamberg zur Verfügung stellen. Verantwortlich für die Sanierung ist der Architekt Christian Schalk. Er ist zuversichtlich.

"Des schafft man! Von der Baukonstruktion her sind die barocken Häuser grundsolide gebaut. Die Grundsubstanz ist wirklich prima, das waren ja gerade hier in der Bamberger Ecke immer Lehmstaken, die reingekommen sind in die Fachwerkwände und auch in die Decken, und dadurch haben Sie feste, kompakte Bauteile, die auch leicht zu heizen waren, dadurch auch die geringen Deckenhöhen."

Christian Schalk, Architekt

Die niedrige Decke im Wohnraum soll nach oben hin geöffnet werden. So kann, über eine kleine Leiter erreichbar, der Dachboden als Schlafgalerie genutzt werden. Im Erdgeschoss, gleich neben dem Eingang, entsteht ein kleines Bad inklusive Waschmaschine. Wenn alles fertig ist, können sich die Studierenden auf rund 20 Quadratmetern wohlfühlen.

Crowdfunding

Wer die Aktion unterstützen möchte, kann das tun – über die Internetadresse www.hauesla.de.


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