Bayern 2


1

Symptome von Darmkrebs Abgrenzung zu anderen Darmerkrankungen

Schwere entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa können zum Teil ähnliche Beschwerden hervorrufen wie Darmkrebs. Entscheidende Unterschiede zeigen sich häufig erst bei der Darmspiegelung (Koloskopie) oder im Rahmen einer Gewebeentnahme (Biopsie). Speziell Patienten mit Colitis Ulcerosa weisen abhängig von der Schwere und der Dauer der Erkrankung ein erhöhtes Darmkrebsrisiko auf.

Von: Holger Kiesel

Stand: 28.02.2017

Hemoccult: Test für Blut im Stuhl | Bild: picture-alliance/dpa

Wie bei vielen Erkrankungen sind auch beim Darmkrebs erste Symptome häufig unspezifisch und treten eher schleichend auf, so dass sie alle möglichen Ursachen haben könnten. Das einzige zuverlässige Frühsymptom ist eine Blutbeimischung im Stuhl. Allerdings gibt es auch hier eine zweite mögliche Erklärung: Hämorrhoiden.

Veränderungen beim Stuhlgang

Auch ansonsten kann der Stuhlgang des Betroffenen durchaus Hinweise geben. So zum Beispiel, wenn Durchfall und Verstopfung häufig wechseln, vermehrt Schleim im Stuhl auftritt oder sich sein Geruch verändert. Tumoren, die Schmerzen verursachen oder sogar ertastet werden können, sind in der Regel schon relativ weit fortgeschritten.

Wann man zum Arzt gehen sollte

Bei signifikanten Veränderungen des Stuhlgangs oder Blut im Stuhl sollte man in jedem Fall ein Arzt aufsuchen. Aber auch eine Kombination weniger spezifischer Symptome wie Bauchschmerzen, Abgeschlagenheit oder Fieber sollten vom Fachmann abgeklärt werden.

Risikofaktoren für Darmkrebs

Bei der Entstehung von Darmkrebs spielen verschiedenste Risikofaktoren eine Rolle. Dazu gehören:

  • das Alter des Betroffenen
  • falsche Ernährung (wenig Ballaststoffe, viel rotes Fleisch und Wurst)
  • Übergewicht (BMI >25)
  • Bewegungsmangel
  • übermäßiger Alkoholgenuss
  • Rauchen
  • Langjährige chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Genetische Vorbelastung

Genetische Prädisposition scheint als Faktor bei Darmkrebs eine besonders wichtige Rolle zu spielen. Menschen, bei denen ein Verwandter ersten Grades an Darmkrebs erkrankt ist, haben ein zwei- bis dreimal höheres Risiko, selbst zu erkranken als andere. Es gibt auch Formen von Darmkrebs (gerade bei jüngeren Patienten), die direkt vererbt werden, z.B. das sogenannte Lynch-Syndrom. Dennoch entstehen die meisten Tumoren sporadisch, d.h. ohne dass für den Einzelfall eine Ursache ausgemacht werden kann.

Vorsorge gegen Darmkrebs - Rechtzeitig zur Darmspiegelung

Wenn man frühzeitig und regelmäßig zur Vorsorge geht, sind die Heilungschancen bei Darmkrebs mittlerweile sehr gut. Außerdem: Ab 55 wird die Darmspiegelung auch von der Krankenkasse übernommen!
Wer Darmkrebs vorbeugen will, sollte natürlich die Risikofaktoren möglichst vermeiden, also nicht rauchen, nicht trinken, sich ausgewogen ernähren und viel bewegen. Und: Er sollte regelmäßig und frühzeitig zur Vorsorge gehen. Jeder gesetzlich Versicherte hat Anspruch auf mindestens zwei Darmspiegelungen. Die Kosten einer Koloskopie werden ab dem 55. Lebensjahr von den Krankenkassen übernommen. Ab dem 50. Lebensjahr bis zur Vollendung des 55. Lebensjahres besteht Anspruch auf eine jährliche Blutuntersuchung im Stuhl. Bei einem positiven Befund sollte der komplette Darm untersucht werden. Einmal gemacht, muss die Koloskopie – bei unauffälligem Befund - erst nach zehn Jahren wiederholt werden. Gibt es einen Befund, wird Gewebe entnommen und genauer untersucht.

Risikopatienten sollten früher zur Vorsorge

Wenn schon ein Verwandter ersten Grades Darmkrebs hatte, sollte man entsprechend früher zur Vorsorge gehen.

"Es gilt die Regel: Ist der Verwandte mit 50 erkrankt, sollte man mit 40 zum ersten Mal zur Vorsorge gehen. Immer zehn Jahre vor der ersten Diagnose."

PD Dr. Sylvie Lorenzen, Oberärztin an der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III, Hämatologie und Onkologie am Klinikum rechts der Isar in München

Bessere Prognose durch Vorsorge

Die Darmkrebsvorsorge gehört zu den effektivsten Maßnahmen der Früherkennung. Durch sie können deutlich mehr Tumoren frühzeitig erkannt und therapiert werden, und die Prognose bei Darmkrebs hat sich in den letzten Jahren stark verbessert.

Chemoprävention bei Darmkrebs?

Die Einnahme von Medikamenten (Acetylsalicylsäure) oder komplementärmedizinischen Präparaten (Selen) zur Vorbeugung gegen Darmkrebs ist derzeit nicht zu empfehlen. Die Datenlage zur Wirksamkeit solcher Mittel ist im Moment noch zu unsicher und die Gefahr von Nebenwirkungen zu groß.


1