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Christian Springer und Orienthelfer e.V. Im Libanon im Einsatz für warmes Essen und warme Kinderfüße

Nach wie vor sitzen viele aus Syrien geflohenen Familien in Lagern im Libanon fest. Kabarettist Christian Springer versucht seit Jahren mit dem Verein Orienthelfer e.V. den Menschen zu helfen, für warmes Essen und warme Kleidung zu sorgen. Notizbuch-Reporterin Jutta Prediger ist kurz vor dem Wintereinbruch mit ihm in den Libanon gereist.

Stand: 23.11.2018

In der libanesischen Bekaa-Ebene leben seit Jahren hunderttausende syrische Frauen, Männer und Kinder. Dort werden sie von der UNO und privaten Hilfsorganisationen mit dem Allernötigsten versorgt. Zurück in die Heimat können sie nicht, sie würden ihr Leben riskieren. Nun kommt der Winter und der wird in der Bekaa-Ebene am Fuße der bis über 2.500 Meter hohen Berge sehr kalt.

Notizbuch-Reporterin Jutta Prediger ist Mitte November mit Christian Springer in den Libanon gereist und hat sich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Der Kabarettist aus München hat 2012 den gemeinnützigen Verein Orienthelfer gegründet, der sich um syrische Flüchtlinge im Libanon kümmert.

Über 2.000 Flüchtlinge werden sechs Tage die Woche durch die Feldküchen der Hilfsorganisation mit einer warmen Mahlzeit und Brot versorgt. Mütter, Väter oder Kinder, die dort registriert sind, holen sich das Essen in einfachen Plastikbehältern an der Essensausgabe ab und tragen es ihn ihre Unterkünfte. Für den Betrieb einer Feldküche braucht der Verein Orienthelfer im Schnitt rund 8700 Euro pro Monat.

Glücklich ist, wer in die Schule darf!

"In einem der zahlreichen Zeltlager für Flüchtlinge im Ort Barr Elias, wo die syrische Grenze nur 20 Autominuten entfernt ist, haben uns die Kinder ganz herzlich empfangen. Stolz haben sie ihre Schulhefte gezeigt und ihr Englisch getestet. Spielzeug, wie Bälle oder Stofftiere, haben sie nicht. Die Armut dort ist riesig, denn alles Geld, das die Familien mit auf die Flucht nahmen, ist längst aufgebraucht", berichtet Reporterin Jutta Prediger. Zur Schule gehen können nur diejenigen Kinder, die einen Platz in einer der Schulen von Hilfsorganisationen bekommen haben, denn im Libanon müssen die Eltern für den Schulbesuch ihrer Kinder in der Regel bezahlen.

Aktion "Warme Kinderfüße"

"Ein Schockerlebnis war für mich zu sehen, dass kein syrisches Kind geschlossene Schuhe hatte! Alle liefen in offenen Hausschuhen oder Schlappen, die entweder zu groß oder klein waren, herum. Da es gerade geregnet hatte, waren die Socken nass und die Füße eiskalt. Auch Wechselsocken sind absolute Mangelware in den Flüchtlingslagern. Das heißt, die Kinder sind noch anfälliger für Krankheiten als sie es bei den kargen Lebensumständen ohnehin schon wären."

Notizbuch-Reporterin Jutta Prediger


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