Bayern 2


14

Wozu brauchen wir Cholesterin? Cholesterin – ein nützliches Fett

Grundsätzlich ist Cholesterin ein Fett, das im Körper zahlreiche Funktionen erfüllt. Beispielsweise ist es an der Bildung von Hormonen und Vitaminen beteiligt und wichtig für den Aufbau der Zellwand.

Von: Veronika Wawatschek

Stand: 05.06.2020

Übergewichtiger Mann auf einer Parkbank | Bild: picture-alliance/dpa

Weil es ein so wichtiges Fett ist, können alle Zellen es selbst produzieren. Der Körper ist also nicht darauf angewiesen, wie viel Cholesterin herumschwimmt - seine Zellen können es jederzeit selbst produzieren. Zum Problem wird das, wenn wir zu viel Cholesterin im Blut haben.

Dann kann es die Gefäße verstopfen und die Gefäßwände schädigen, was im schlimmsten Fall zu einem Herzinfarkt oder Schlaganfall führen kann.

Die Zellen brauchen Cholesterin

Alle Zellen, die Cholesterin benötigen, etwa zur Produktion von Sexualhormonen oder Kortison, können es auch selbst herstellen. Auch das Cholesterin, das die Zellen benötigen um die Zellwand korrekt aufzubauen, stellen sie selbst her.

LDL und HDL: Cholesterintransport

Cholesterin im Blut lässt sich als Gesamtwert ermitteln, dieser setzt sich zusammen aus zwei Unterwerten: Landläufig spricht man vom 'guten' (HDL – High Density Lipoproteins – Lipoproteine mit hoher Dichte) und vom 'schlechten' Cholesterin (LDL – Low Density Lipoprotein - Lipoproteine mit niedriger Dichte). Diese Unterscheidung ist allerdings etwas missverständlich, da die 'Qualität' des Cholesterins im Prinzip die gleiche ist. Aus Studien weiß man inzwischen, dass das Herzinfarktrisiko bei Menschen mit hohem LDL, aber auch bei Menschen mit niedrigem HDL höher ist. Allerdings weiß man auch: durch Absenken des LDL-Cholesterins kann man das Herzinfarktrisiko senken, durch Erhöhen von HDL ändert sich das Risiko, an einem Herzinfarkt zu erkranken, nicht. Man spricht beim LDL deshalb von einem kausalen Faktor, beim HDL lediglich von einem Marker.

'Gute' und 'schlechte' Begleiter

Das Cholesterin kann nicht allein durch die Blutbahn wandern. Daher ist es mit verschiedenen Proteinen (Eiweißen) oder anderen Fetten verknüpft. Diese Eiweiß-Fett Partikel heißen Lipoproteine. Je nach Begleiter verändert sich die Dichte der Lipoproteine. Je nachdem, mit welchen Lipoproteinen das Cholesterin transportiert wird, kommt es zu mehr oder weniger negativen Auswirkungen auf die Gefäßwand. Besonders schädlich scheint das Cholesterin in Kombination mit dem Apolipoprotein B zu sein.


14