Bayern 2


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Bayern 2 präsentiert Bob Dylan

Er wird mal als Shakespeare des 20. Jahrhunderts, mal als Prophet der populären Kultur bezeichnet. Sicher ist jedenfalls, dass Bob Dylan längst einer der größten Lyriker der gegenwärtigen Rock- und Popgeschichte ist. Im April kommt er für zwei Live-Auftritte nach Würzburg und Augsburg.

Von: Markus Mayer

Stand: 29.01.2019

Bob Dylan | Bild: ITB

02 April

Dienstag, 02. April 2019, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Würzburg, s.Oliver Arena

20 April

Samstag, 20. April 2019, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort:

Augsburg, Schwabenhalle

Wer hätte gedacht, dass Bob Dylan im hohen Alter originellen Roots-Rock machen würde, Songs von Crooner-Ikone Frank Sinatra-Songs interpretieren oder sich als Radio-Discjockey versuchen würde? Kaum jemand hätte für möglich gehalten, dass der Meister-Songschreiber, der einst als "Gewissen der Gegenkultur" gepriesen wurde, beharrlich seine "Never Ending Tour" fortsetzen würde. Gleichwohl passt es zu diesem Künstler, der seit den 60er-Jahren beständig die westliche Pop-Kultur verändert hat.

Kommt er oder kommt er nicht?

Unberechenbar ist, an welchen Feierstunden und Preisverleihungen der Künstler teilnimmt und an welchen nicht. Beobachter waren erstaunt, als Bob Dylan an einer Feierstunde für die Bürgerrechtsbewegung im Weißen Haus teilnahm. Präsident Obama zeichnete den einstigen Folk-Sänger eigenhändig mit der Presidential Medal of Freedom aus. Dylan stimmte dabei sogar den zum Klassiker gewordenen Song "The Times They Are A-Changin'" an, ein Lied, das viele, gewichtige Argumente der 68er-Bewegung vorwegnimmt. Zur Verleihung des Literatur-Nobelpreises in Stockholm dagegen erschien Dylan nicht. Stattdessen trug Rock-Diva Patti Smith bei der Feierstunde die Dylans Anti-Kriegsballade "A Hard Rain's Gonna Fall" vor und verpatzte ihren Einsatz - einer der wenigen zutiefst menschlichen Momente dieser ansonsten aalglatten, staatstragenden Veranstaltung.

Legende wider Willen?

Kann man sich diesen Rockstar als ausgeglichenen Zeitgenossen vorstellen? Wie kann sich der rätselhafte Musiker und Sänger, der sich stets Erwartungen des Publikums wie des Showbiz verweigert hat, treu bleiben? Trotz aller Schrullen ist und bleibt Bob Dylan Legende und mythische Gestalt.

Zugegeben: Besonders schön - im klassischen Sinne - ist seine Stimme nicht. Dafür ist das, was er zu sagen hat, umso wichtiger. Schon in den 60er-Jahren hatte die Plattenfirma seine Alben mit dem hellsichtigen Slogan "Noone Sings Bob Dylan Like Bob Dylan" beworben. Der Folk-Troubadour aus Duluth, Minnesota, der eigentlich Robert Zimmerman heißt, wusste von Karrierebeginn an, dass er sich nur über die Qualität seiner poetischen Texte etablieren konnte.

Songs für die Ewigkeit in (fast) jedem Genre

Dylan übertrug den deklamatorischen Vortragsstil der Beatnik-Dichter (wie Allen Ginsberg und Jack Kerouac) erst auf Folk-Balladen, später auch auf Rock-, Country- und Gospel-Songs. In jedem dieser amerikanischen (Musik-)Genres hat er große, beispiellose Lieder geschrieben. Verweigerungs-Gesten im Songformat etwa wie "Blowin' In The Wind", säkulare Gospel-Hymnen wie "I Shall Be Released" oder "Knockin' On Heaven's Door", auch höchst symbolische Szenerien wie in "All Along The Watchtower" stammen aus der Feder dieses begnadeten Songschreibers.

Ticketinfo

Tickets für die Konzerte gibt es bei BRticket
Telefon: 0800/59 00 594 (gebührenfrei)


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