Bayern 2

Hintergrund Schwache Blase

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Therapiemöglichkeiten Behandlungsmöglichkeiten bei Blasenkrebs

Die Behandlungsmöglichkeiten bei Blasenkrebs hängen entscheidend davon ab, wie frühzeitig ein Tumor erkannt wird. Und davon, ob er an der Außenwand der Blase sitzt oder hineinwächst.

Von: Holger Kiesel

Stand: 03.12.2018

Endoskopische OP in der Urologie | Bild: picture-alliance/dpa

Welche Behandlungsmöglichkeiten es bei Blasenkrebs gibt, hängt ganz entscheidend davon ab, wo der Tumor im Einzelfall sitzt und wie aggressiv er ist. Oberflächliche Tumoren können meist vollständig endoskopisch entfernt werden. Bei aggressiveren oberflächlichen Karzinomen können zusätzlich Chemotherapeutika in die Harnblase eingefüllt werden. Bestrahlungen helfen in den meisten Fällen nicht, weil sich die Blase bewegt, während sie sich füllt und somit kaum effektiv bestrahlt werden kann. Auch Chemotherapie verlängert das Überleben der Betroffenen meist nur unwesentlich bei relativ schlechter Lebensqualität.

Immunabwehr stärken

Eine dagegen durchaus wirksame Therapiemöglichkeit bei oberflächlichen Blasentumoren ist es, die Immunabwehr des Patienten zu stärken. Dazu kann beispielsweise der Bazillus Calmette-Guerin (BCG), der auch bei Impfungen etwa gegen Pocken oder Tuberkulose Anwendung findet, in die Blase injiziert werden. Die entstehende Entzündungsreaktion aktiviert Abwehrzellen in der Blase, die dann den Krebs angreifen und bekämpfen.

Total-OP der Blase

Bei aggressiven Tumoren, die in die Harnblase hineinwachsen, hilft meist nur die totale operative Entfernung der Harnblase (Zystektomie). Dieser Eingriff hinterlässt zwar eine relativ große Narbe (10 bis 11 cm), häufig kann aber aus Gewebe des Dünndarms eine neue Blase geformt und dann an die ursprüngliche Stelle gesetzt werden.

Kontinenz nach der OP

Muss die Blase komplett entfernt und durch eine neue aus Dünndarm ersetzt werden, bekommen die Patienten für die ersten zwei bis drei Wochen einen Katheter gesetzt, bis das neue Konstrukt innen zusammengewachsen ist. Nach dem Entfernen des Katheters folgen meist zwei bis drei Tage mit starker Inkontinenz, weil die neue Blase noch kein Volumen hat. Hat sie sich dann ausgedehnt, sind die meisten Patienten nach ca. drei Wochen, bis auf einige spezielle Situationen, in denen etwas Urin heraustropfen kann (husten, lachen, schwer heben), fast immer wieder vollständig kontinent. Nach weiteren ein bis drei Monaten kommen in der Regel auch diese gelegentlichen Fälle von Inkontinenz nicht mehr vor.

Erhaltung der Potenz

Muss Männern die Harnblase entfernt werden, geht es auch um die Frage, wie die Potenz des Patienten erhalten werden kann. Dies ist besonders schwierig und erfordert einen außerordentlich erfahrenen Operateur!

Wichtig:

Man sollte auf jeden Fall nachfragen, wie oft eine Klinik bzw. der einzelne Arzt einen Eingriff schon gemacht hat! Eine Totalentfernung der Blase sollte der Operateur insgesamt bereits mindestens 100 Mal durchgeführt haben!


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