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Blasenleiden bei Mann und Frau Harndrang und Blasenentzündung

Gerade Frauen leiden häufig unter Blasenentzündungen. Bei Männern ist es dagegen oft die sich vergrößernde Prostata die auf die Harnblase drückt und zu häufigem Harndrang führt.

Von: Holger Kiesel

Stand: 03.12.2018

Eine Frau sitzt auf einer Betonkante. Die Kälte kann zu einer Blasenentzündung führen. | Bild: picture-alliance/dpa

Wenn die Prostata auf die Blase drückt

Bei älteren Männern liegt die Ursache für häufigeren Harndrang sehr oft in ihrer Prostata. Sie liegt direkt unterhalb des Ausgangs der Harnblase und beginnt etwa ab dem 35. Lebensjahr zu wachsen. Dadurch wird die Harnröhre mehr und mehr abgedrückt. In der Folge wird der Harnstrahl immer schwächer und die Betroffenen müssen häufiger zur Toilette.

Harndrang nach dem Sex ist normal

Bei der Frau liegt die Harnblase direkt neben der Scheide. Beim Mann befindet sich die Prostata, die sich beim Orgasmus erheblich zusammenzieht, gleich unterhalb der Blase. Daraus folgt: Ein gewisser Harndrang nach dem Sex ist durchaus normal.

Blasenentzündung

Natürlich kann auch eine akute Blasenentzündung zu häufigerem Harndrang führen. Verursacht wird diese auch Zystitis genannte Infektion der Harnwege durch Bakterien, Viren, Parasiten oder auch Pilze. in der Regel Schmerzen im Unterleib und Brennen beim Wasserlassen. Außerdem kann sich der Urin eintrüben und den Geruch verändern. Auch Blut im Urin kann vorkommen. Häufiger Harndrang kann auch als Folge verschiedener Erkrankungen, etwa eines Diabetes oder eines Schlaganfalls auftreten.

Frauen sind häufiger betroffen

Frauen leiden deutlich häufiger unter Blasenentzündung als Männer (etwa jede Dritte Frau ist betroffen). Das dürfte mit ihrer deutlich kürzeren Harnröhre zusammenhängen und mit der größeren Nähe des Harnröhrenausgangs zum After.

Was löst Blasenentzündungen aus?

Blasenentzündungen werden meistdurch Bakterien ausgelöst, die natürlich im Darm vorkommen (escherichia coli). Die Keime gelangen meist von außen über die Harnröhre in die Blase und verursachen dort eine Entzündung und Reizung der Blasenwand. Gelegentlich können auch bestimmte Medikamente oder Bestrahlungen zu Blasenentzündung führen. Auch beim Geschlechtsverkehr und in der Schwangerschaft können bei Frauen Keime von der Harnröhre in die Blase wandern. Verstärkend können auch äußere Faktoren wirken, wie z.B.:

  • mangelnde Hygiene im Intimbereich
  • Kälte
  • eine geschwächte Immunabwehr

Risikofaktoren

Wie schwerwiegend die Folgen einer Blasenentzündung sind, hängt unter anderem auch davon ab, ob der Betroffene bestimmte Risikofaktoren mitbringt. Dazu gehören:

  • geschwächte Immunabwehr durch Medikamente
  • Einengung der Harnröhre und Harnstau (etwa durch Tumoren, Harnsteine oder eine vergrößerte Prostata)

Harnwegsinfektionen nach den Wechseljahren

Manche Frauen neigen nach den Wechseljahren öfter zu Harnwegsinfektionen. Ursache könnte ein Östrogenmangel sein, der die Schleimhäute empfindlicher für Bakterien macht. In diesem Fall kann die Gabe von Östrogenpräparaten helfen.


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