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Bilderbuch Oyvind Torseter: "Hans sticht in See"

Der Norweger Oyvind Torseter wurde mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet, für sein schräges wie wildes Bilderbuch „Der siebente Bruder“, eine Geschichte über einen fiesen Troll. Nun nimmt er seine Leser mit auf das Meer – und ebenso in dunkle Tiefen mit "Hans sticht in See".

Von: Niels Beintker

Stand: 26.02.2019

Buchcover "Hans sticht in See" von Øyvind Torseter | Bild: Gerstenberg Verlag, Montage: BR

Job weg, Wohnung weg, 70.000 Kronen Schulden. Hans, die Hauptfigur in Oyvind Torseters neuem Bilderbuch, hat einen Haufen Ärger. Im Norwegischen Original heißt Hans "Mulegutten" – wörtlich übersetzt in etwa "Maultierjunge". Ein Mischwesen und eine Comicfigur, gezeichnet mit dünnem, schwarzen Strich.

Von der Hafenkneipe in die Welt

Gebeugt wackelt Hans durch die Straßen, in Richtung Hafen, den Rucksack auf den Schultern. Er geht in die Hafenkneipe und trifft sonderbare Typen.

"Einer von ihnen ist ein Entdeckungsreisender. Er hat viele Schätze gesammelt, überall auf der Welt. Und er meint es gut mit Hans oder Mulegutten. Er beauftragt ihn, nach dem größten Auge der Welt zu suchen."

Illustrator und Buchgestalter Oyvind Torseter

Vom Gewinner des Jugendliteraturpreises

Die Reise wird zur Irrfahrt, Hans, die Landratte, hat eine Reihe von Abenteuern zu bestehen, wie auch im vorangegangen Bilderbuch von Oyvind Torseter, "Der siebte Bruder", ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis.

Wer die Bücher Oyvind Torseters kennt, ist Hans oder Mulegutten längst begegnet. Schon im witzigen und zugleich philosophischen Debüt "Das Loch" spielt dieses Mischwesen die Hauptrolle: Es ist fortwährend mit eben jenem Loch konfrontiert.

"Er hat so viele Facetten. Manchmal ist er tapfer. Manchmal voller Angst. Auf gewisse Weise ist er eine einfache Figur. Sein Gesicht ist sehr einfach, seine Augen sind gewöhnlich zwei Punkte – manchmal auch nur einer. Seine Körpersprache ist vermutlich ausdrucksstärker als sein Gesichtsausdruck."

Illustrator und Buchgestalter Oyvind Torseter

Mal skurril, mal wild

Zur Besonderheit der Bücher von Oyvind Torseter gehört die Kombination unterschiedlicher Zeichenstile. Es gibt Comic-Strecken, mit schwarzer Tinte gezeichnet, hier und da mal fein koloriert. Und es gibt Bilder in verschiedenen Techniken: Aquarelle, Collagen, sogar Holzschnitte, mal wild, mal skurril, mal komisch, immer wieder aber poetisch. Ein ganz eigener Rhythmus entsteht auf diese Weise.

"In Cartoons und Graphic Novels hat man ein eigenes Zeitgefühl beim Lesen: Du gehst von Panel zu Panel. Und im Bilderbuch ist die Zeit anders geoordnet. Du kannst das Bild in aller Ruhe betrachten."

Illustrator und Buchgestalter Oyvind Torseter

Oyvind Torseters "Hans sticht in See" ist im Gerstenberg-Verlag erschienen, aus dem Norwegischen übersetzt von Maike Dörries. Der Band hat 160 Seiten und kostet 26 Euro.


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