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Bauernhof in Not Betriebshelfer und Dorfhelferinnen: Retter in der Not

Damit in der Landwirtschaft alles so funktioniert, wie es soll, müssen viele Hände mit anpacken. Doch was passiert, wenn der Bauer oder die Bäuerin mal ausfallen? Retter in der Not sind dann Betriebshelfer.

Von: Julia Haas, Landwirtschaft und Umwelt

Stand: 07.03.2019

Egal ob ein Unfall, Krankheit, Tod oder auch Geburt. Ein Betriebshelfer kommt immer, wenn auf dem Hof Ausnahmezustand herrscht. Er soll helfen, dass der Betrieb normal weiterlaufen kann, wenn Landwirt oder Landwirtin ausfallen.

Was Betriebshelferinner und -helfer leisten

Betriebshelfer füttern täglich die Tiere, streuen ein, misten, versorgen das Jungvieh, schauen nach dem Melkroboter, fahren die Gülle aus, kümmern sich um die Felder. Dass es manchmal menschelt, ist normal. Wenn es gar nicht geht, organisiert der Maschinenring meist ohne Probleme einen Wechsel.

Angestellt sind Betriebshelfer auf Vollzeit meist beim Ländlichen Betriebs- und Haushaltsdienst, kurz LBHD. Ihre Einsätze beantragt der Maschinenring bei der Landwirtschaftlichen Krankenkasse und organisiert sie. Die Krankenkasse selbst berechnet die Stunden nach Betriebsgröße, Haltungsform und Viehzahl. Jedes Kalb zählt da.

Für die Bäuerin springt meist die Dorfhelferin ein

Während der Betriebshelfer im traditionellen Sinn den Bauern ersetzt, schmeißt für die Bäuerin eine Dorfhelferin den Laden. Die Dorfhelferin springt ein bei Unfall, Reha, Krankheit und Tod, aber auch bei einer Geburt. Hauspflege gehört dazu, sie kümmert sich aber auch um Stall und Vieh oder um den Garten.

Dorfhelferinnen sind meist angestellt beim KDBH, den Katholischen Dorfhelferinnen & Betriebshelfern in Bayern mit Sitz in Landshut. Dorfhelferinnen unterstützen nicht nur Familien mit landwirtschaftlichem Betrieb, sondern auch Privathaushalte in der Stadt. Jeder Einsatz ist anders.

Die Betriebshelfer haben ein Nachwuchsproblem

Früher hat fast jeder Landwirt noch ein paar Jahre als Betriebshelfer gearbeitet, bevor er daheim eingestiegen ist. Das hat sich stark verändert. Besonders die nebenberuflichen Kräfte werden immer weniger. In Bayern hat sich deren Zahl um über siebzig Prozent verringert - und das in den letzten zehn Jahren. Vielleicht liegt das daran, dass Betriebshelfer und Dorfhelferinnen nur Helden im Hintergrund sind.

Und der Gewinner ist ...

Betriebshelfer und Dorfhelferinnen sind zwar echte Allrounder, die auf jedem Betrieb, in jeder Situation bestehen müssen. In der Öffentlichkeit werden sie aber nur selten wahrgenommen. Der Maschinenring vergibt deshalb jedes Jahr den Betriebshelfer-Award. 2018 hat den Klara Daum gewonnen.

"… wie ein Popstar fühlst dich da."

Klara Daum

Mehr Infos / Linktipps

Maschinenring: Betriebshelfer
www.maschinenring.de/leistungen/betriebshilfe

Katholische Dorfhelferinnen & Betriebshelfer in Bayern
www.kdbh.de

Fortbildung: Staatlich geprüfte/r Dorfhelfer/in
www.stmelf.bayern.de/berufsbildung/berufe_hauswirtschaft/013605/index.php

BayernPortal: Dorfhelfer / Dorfhelferin
www.freistaat.bayern/dokumente/leistung/470201664443

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau: Betriebs- und Haushaltshilfe der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft
www.svlfg.de/40-leistung/leis05_bhh/leis0508_bhh_bg/index.html

Maschinenring: Betriebshelfer-Award
www.maschinenring.de/betriebshilfe-award


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