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Eigeninitiative Was der Einzelne tun kann

Wie bei Allergien spielt auch bei Autoimmunerkrankungen die erbliche Vorbelastung eine Rolle. Das bedeutet aber nicht, dass der Einzelne nicht versuchen sollte, aktiv gegenzusteuern.

Stand: 17.01.2019

Frau auf einem Berggipfel | Bild: Getty Images

"Man weiß, dass neben der genetischen Prädisposition äußere Triggerfaktoren bei der Krankheitsentstehung eine Rolle spielen. Für Infektionen durch Viren und Bakterien ist dieser Mechanismus bekannt. Obwohl klar ist, dass Autoimmunerkrankungen keine psychosomatischen Krankheiten sind, sollten auch biographische Krisen oder chronische Überlastungen als psychogene Trigger in Erwägung gezogen werden."

Dr. Wölfel vom Krankenhaus für Naturheilweisen in München

Fatale Verwechslung

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass die autoaggressiven Zellen des Immunsystems, die bei gesunden Menschen "schlafen", durch eine Infektion aktiviert werden können. Ähneln die eindringenden Bakterien oder Viren körpereigenen Substanzen, verwechselt das Immunsystem offensichtlich den eigenen Körper mit dem zu attackierenden Feind - eine Autoimmunerkrankung kann die Folge sein.

Training des Abwehrsystems

Dr. Wölfel empfiehlt deshalb, die körpereigene Abwehrkraft zu trainieren, um sich so vor Infektionen zu schützen: "Die Mikroben sind nichts, das Terrain ist alles, heißt es in der naturheilkundlichen Medizin." Gestärkt wird das Immunsystem durch eine ausgewogene Ernährung und die Reize von Licht, Luft, Sonne und Bewegung. Moderates Ausdauertraining (fünf Mal pro Woche 30 Minuten mit messbarem Pulsanstieg) kann einen wichtigen Beitrag leisten, die körpereigene Abwehr in der richtigen Balance zu halten.

Ernährung: Zusatzstoffe meiden

Sinnvoll ist auch, bei der Ernährung darauf zu achten, nicht zu viele der mittlerweile EU-weit über 300 zugelassenen Nahrungsmittelzusatzstoffe zu sich zu nehmen. Zu diesen zählen laut Dr. Wölfel auch Emulgatoren:

"Sie verändern die Oberflächenspannung an der Zellwand. Hypothetisch kann man sich vorstellen, dass dadurch den körpereigenen Immunzellen die Unterscheidung zwischen Fremd und Selbst erschwert wird. Für die Zunahme sogenannter Pseudoallergien sind die Nahrungsmittelzusatzstoffe gesichert mitverantwortlich."

Dr. Artur Wölfel

Medikamente: Auf erbliche Belastung achten

Auch die Einnahme schulmedizinischer Medikamente kann nach Ansicht von Naturheilkundlern den Ausbruch von Autoimmunerkrankungen fördern. "Medikamente können sich an spezielle Trägerstoffe im Blut anlagern und in dieser Kombination letztlich zu einer Antikörperbildung gegen körpereigene Strukturen führen", schildert Dr. Wölfel. Er rät deshalb besonders Patienten, in deren Familie schon mehrere Mitglieder an Autoimmunerkrankungen leiden, dieses Thema mit dem Arzt zu besprechen.


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