Bayern 2


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Diagnose Brustkrebs Anti-Hormontherapie im Detail

Die vorbeugende (adjuvante) Anti-Hormontherapie bei hormonrezeptor-positiven Tumoren wird in der Regel über mindestens fünf Jahre durchgeführt. Bei einem hohen Rückfallrisiko (und guter Verträglichkeit) können auch zehn bis zu zehn Jahre Einnahme sinnvoll sein.

Stand: 02.12.2019

Bei Brustkrebs gibt es neben der Chemotherapie auch die Möglichkeit einer Hormontherapie - im Bild: Frau bei der Einnahme einer Tablette | Bild: colourbox.com
  • Patientinnen vor den Wechseljahren (prämenopausal) erhalten das Antiöstrogen Tamoxifen. Prof. Harbeck: "Vor allem bei jungen Frauen unter 35 Jahren mit einem hohen Rückfallrisiko wird Tamoxifen mit dem Ausschalten der Eierstöcke kombiniert. Dies geschieht in der Regel medikamentös, das heißt vorübergehend für zwei bis fünf Jahre, mittels einer monatlichen Spritze unter die Bauchdecke (GnRH-Analogon)."
  • Bei Patientinnen nach den Wechseljahren (postmenopausal) sind heute sogenannte Aromatasehemmstoffe neben Tamoxifen fester Bestandteil der antihormonellen Therapie.

"In der Regel wird der Aromatasehemmstoff für fünf Jahre (anstelle von Tamoxifen) gegeben oder es wird nach zwei Jahren Tamoxifen auf einen Aromatasehemmstoff gewechselt, der dann mindestens für drei weitere Jahre gegeben wird. Postmenopausale Frauen, deren antihormonelle Therapie mit fünf Jahren Tamoxifen bereits abgeschlossen ist, können sich noch weiter mit einem Aromatasehemmstoff vor dem Wiederauftreten der Erkrankung schützen."

Prof. Harbeck

Ob dies im Einzelfall sinnvoll ist, entscheidet der betreuende Frauenarzt oder Onkologe.

Stufenplan - je nach Fortschreiten des Tumors

Bei diesem Stufenplan werden die einzelnen Therapieschritte von einer Vielzahl von Faktoren gesteuert. Deswegen ist es wichtig, alle Informationen auf einen Tisch zu legen und auch mit verschiedenen Ärzten von verschiedenen Fachrichtungen in den Tumorboards zu diskutieren – Frauenärzten, Strahlentherapeuten, Röntgenärzten, Onkologen und Pathologen - um dann eben gemeinsam mit der Patientin zu einer Entscheidung zu kommen. Und jeder Therapieplan ist ganz individuell.


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